Gladbeck
29.01.2026 • 23:50 - 01:20 Uhr
Fernsehfilm, Drama
Lesermeinung
Die Medien berichten über die spektakuläre Geiselnahme: Dieter Degowski (Alexander Scheer) liest über sich in der BILD-Zeitung.
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Der Innenminister von NRW (August Zirner).
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Der NRW-Einsatzleiter (Ulrich Noethen) weiß schon bald, wie gefährlich die Bankräuber sind.
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Rösners Freundin Marion Löblich (Marie Rosa Tietjen) wird Teil der Bande.
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Produktionsland
D
Produktionsdatum
2018
Altersfreigabe
12+
Fernsehfilm, Drama

Gladbeck

Am 16. August 1988 überfallen zwei maskierte Männer eine Bankfiliale im nordrheinwestfälischen Gladbeck und nehmen zwei Bankangestellte als Geiseln. Schnell wird den Ermittlern um Einsatzleiter Meise klar, dass es sich bei den beiden Kriminellen um HansJürgen Rösner und Dieter Degowski handelt. Beide verbindet ihr Hang zu Brutalität, ihr Hass gegen Polizisten und die Gier nach Aufmerksamkeit. Obwohl sie das geforderte Geld bekommen, fliehen sie mit ihren beiden Geiseln ungehindert quer durch Deutschland. Eine Heerschar von Journalisten ist via Fernsehen und Radio stets live dabei - ein Verbrechen in Echtzeit. Während die Geiseln in Lebensgefahr schweben, werden die Bankräuber vor laufenden Kameras interviewt, unterhalten sich mit Passanten und gehen Einkaufen, während bei der Polizei je nach Bundesland immer wieder die Zuständigkeit und Gesetzgebung wechselt und dadurch eine Zugriffsmöglichkeit nach der anderen ungenutzt bleibt. Selbst als die Geiselnehmer einen ganzen Bus in ihre Gewalt bringen und einen kleinen Jungen erschießen, reißt der bis dahin unvorstellbare MedienHype und die Hilflosigkeit der Polizei nicht ab. 54 Stunden lang hält das Verbrechen die Republik in Atem. Als die Polizei endlich eingreift, passiert genau das, was sie verhindern wollte: Eine weitere Geisel und ein Polizist sterben. Die beiden Entführer und ihre Komplizin überleben. Ereignisse, die noch 30 Jahre später nachwirken. Regisseur Kilian Riedhof ("Sein letztes Rennen", "Der Fall Barschel") inszenierte ein Geiseldrama, dessen reale Vorlage vor mehr als 35 Jahren nicht nur die gesamte Bundesrepublik in Atem hielt, sondern dessen Bilder sich durch die skrupellose mediale Berichterstattung ins kollektive Gedächtnis der Deutschen brannte. Die 54 Stunden andauernde Odyssee offenbarte nicht nur ein Versagen der Staatsgewallt, sie zeigte ganz offen, welche moralischen Grenzen Journalisten bereit waren, für ein gutes Bild oder ein Interview mit den Geiselnehmern völlig selbstverständlich zu überschreiten. Kameramann Armin Franzen ("Das Boot" 2022, "Ein ganzes Leben") gelingen detailgetreue eindringliche Bilder, gleich dem Found Footage, die jene Tage im August bedrohlich bedrückend in unsere Zeit holen. Den zweiten Teil zeigt das rbb Fernsehen im Anschluss.

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