Hier ist noch lange nicht Schluss

  • Das jährliche Highlight ist das Hoffest im Sommer. Ein Dorfleben gibt es in Postlow kaum noch. Marlis freut sich über die Gäste. Vergrößern
    Das jährliche Highlight ist das Hoffest im Sommer. Ein Dorfleben gibt es in Postlow kaum noch. Marlis freut sich über die Gäste.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Ursula wohnt in einer typischen DDR-Plattenbau-Siedlung. Eine Dorfgemeinschaft gibt es in Postlow nicht mehr, aber die Nachbarinnen halten zusammen. Vergrößern
    Ursula wohnt in einer typischen DDR-Plattenbau-Siedlung. Eine Dorfgemeinschaft gibt es in Postlow nicht mehr, aber die Nachbarinnen halten zusammen.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Viele junge Leute gehen aus Postlow weg, Feuerwehrmann Oliver will in Postlow wieder ein Dorf-Gemeinschaftsleben aufbauen. Vergrößern
    Viele junge Leute gehen aus Postlow weg, Feuerwehrmann Oliver will in Postlow wieder ein Dorf-Gemeinschaftsleben aufbauen.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Ursula lebt allein mit ihrem Hund in einer DDR-Plattenbau-Siedlung. Die Miete ist billig, Ursula möchte gerne in der Wohnung bleiben. Vergrößern
    Ursula lebt allein mit ihrem Hund in einer DDR-Plattenbau-Siedlung. Die Miete ist billig, Ursula möchte gerne in der Wohnung bleiben.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Attraktive Arbeit gibt es kaum in Postlow. Marlis hat erfolgreich eine Apfelmosterei und einen Hofladen aufgebaut. Vergrößern
    Attraktive Arbeit gibt es kaum in Postlow. Marlis hat erfolgreich eine Apfelmosterei und einen Hofladen aufgebaut.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • In Postlow gibt es wenig Arbeit. Marlis (53) hat erfolgreich eine Apfelmosterei und einen Hofladen gegründet. "Wir müssen selbst anpacken und nicht jammern", sagt sie. Vergrößern
    In Postlow gibt es wenig Arbeit. Marlis (53) hat erfolgreich eine Apfelmosterei und einen Hofladen gegründet. "Wir müssen selbst anpacken und nicht jammern", sagt sie.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Marlis und ihr Mann Hartmut verarbeiten die Äpfel ihrer Kunden zu Most. Damit haben sie ein erfolgreiches Geschäft aufgebaut. Dieses Jahr ist die Apfelernte sehr schlecht. Vergrößern
    Marlis und ihr Mann Hartmut verarbeiten die Äpfel ihrer Kunden zu Most. Damit haben sie ein erfolgreiches Geschäft aufgebaut. Dieses Jahr ist die Apfelernte sehr schlecht.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Marlis kümmert sich allein um die Buchhaltung für die Mosterei und den Hofladen. Sie hat sich alle Kenntnisse selbst angeeignet. Vergrößern
    Marlis kümmert sich allein um die Buchhaltung für die Mosterei und den Hofladen. Sie hat sich alle Kenntnisse selbst angeeignet.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Die Dorfgemeinschaft gibt es kaum noch. Das jährliche Highlight ist das Hoffest. Marlis macht alles selbst, sie backt eine Quiche. Vergrößern
    Die Dorfgemeinschaft gibt es kaum noch. Das jährliche Highlight ist das Hoffest. Marlis macht alles selbst, sie backt eine Quiche.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Oliver (28) ist in Postlow aufgewachsen und lebt mit seiner Familie direkt neben den Eltern. Er will in seiner Heimat bleiben. Vergrößern
    Oliver (28) ist in Postlow aufgewachsen und lebt mit seiner Familie direkt neben den Eltern. Er will in seiner Heimat bleiben.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Oliver ist schon als Kind bei der Freiwilligen Feuerwehr gewesen, so wie sein Vater. Heute trainiert er begeistert die Kinder, die noch in der Gemeinde leben. Vergrößern
    Oliver ist schon als Kind bei der Freiwilligen Feuerwehr gewesen, so wie sein Vater. Heute trainiert er begeistert die Kinder, die noch in der Gemeinde leben.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Oliver ist Wehrführer bei der Freiwilligen Feuerwehr und bildet nun die Kinder aus. Andere Freizeit-Angebote für Jugendliche gibt es in Postlow nicht. Vergrößern
    Oliver ist Wehrführer bei der Freiwilligen Feuerwehr und bildet nun die Kinder aus. Andere Freizeit-Angebote für Jugendliche gibt es in Postlow nicht.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Ursula B. (74) ist als Flüchtlingskind nach Postlow gekommen. Sie lebt seit 50 Jahren in ihrer Wohnung und will in Postlow bleiben. Vergrößern
    Ursula B. (74) ist als Flüchtlingskind nach Postlow gekommen. Sie lebt seit 50 Jahren in ihrer Wohnung und will in Postlow bleiben.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Ursula B. lebt seit 50 Jahren in ihrer Wohnung. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Postlow nicht mehr. Ursula ist auf die Unterstützung der Nachbarinnen angewiesen. Vergrößern
    Ursula B. lebt seit 50 Jahren in ihrer Wohnung. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Postlow nicht mehr. Ursula ist auf die Unterstützung der Nachbarinnen angewiesen.
    Fotoquelle: ZDF/Daniela Agostini
  • Kein Geschäft, kein Arzt, keine Schule, Postlow hat keine Zukunft. Die Apfelmosterei von Marlis ist trotzdem zu einem florierenden Geschäft geworden. Vergrößern
    Kein Geschäft, kein Arzt, keine Schule, Postlow hat keine Zukunft. Die Apfelmosterei von Marlis ist trotzdem zu einem florierenden Geschäft geworden.
    Fotoquelle: ZDF/Daliela Agostini
Report, Gesellschaft und Soziales
Hier ist noch lange nicht Schluss

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
ZDF
Di., 07.08.
22:30 - 23:00
Der Kampf gegen das Dorfsterben


Keine Kneipe, kein Geschäft, keine Schule, kein Arzt: Postlow ist eine kleine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern - mit wenig Zukunftschancen. Was tun die Menschen gegen das Dorfsterben? Deutschland boomt - in den Metropolen. In Postlow gibt es kaum Arbeitsplätze, für Straßenreparaturen und Sanierungen fehlt oft das Geld. Der Frust ist groß, Häuser verfallen, viele junge Leute ziehen weg. Wie leben die Menschen, die in ihrer Heimat bleiben wollen? Die Gemeinde Postlow liegt weitab von den Wirtschaftszentren und zu weit entfernt von der Ostsee, um vom Tourismus zu profitieren. Postlow hat in den vergangenen zehn Jahren rund 100 Einwohner verloren. 287 Menschen leben noch hier, viele sind über 50. Die Gründe sind bekannt: Nach der Wende mussten die großen landwirtschaftlichen Genossenschaften schließen, es ging wirtschaftlich immer mehr bergab, investiert wurde kaum. Der Verfall ist nun vielerorts sichtbar: In der idyllischen Gegend mit weiten Feldern und Alleen stehen verlassene Gutshöfe, leere Häuser und DDR-Bauten in schlechtem Zustand. Nur vereinzelt gibt es noch kleine Gewerbeunternehmen. Manche Häuschen in Postlow sehen zwar gepflegt aus, doch Leben spielt sich auf den Straßen nur wenig ab. Laut aktuellem Zukunftsatlas gehört der Landkreis Greifswald-Vorpommern, in dem Postlow liegt, zu denen mit den schlechtesten Entwicklungschancen. Düstere Zukunftsprognosen. Fühlen sich deshalb die Bewohner "abgehängt"? Nicht alle wollen sich mit dieser Entwicklung abfinden. In einer Langzeitbeobachtung begleitet "37°" Menschen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise für ihre Heimat einsetzen. "Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich, da kommt keiner und sagt: Mach Du mal!" Marlis K. (53) ist schon seit 30 Jahren Postlowerin. Zusammen mit ihrem Mann Hartmut hatte sie eine Geschäftsidee. Sie hat auf dem abgelegenen Anwesen ihrer Schwiegereltern eine kleine Oase geschaffen: eine liebevoll eingerichtete kleine Mosterei mit Hofladen, in der Leute aus der Gegend ihr Obst verarbeiten lassen können. Das schafft Arbeit, auch für zusätzliche Kräfte. Doch in diesem Jahr ist die Ernte eine Katastrophe. Werden Marlis und Hartmut ihre Tatkraft behalten, auch wenn ihre Existenz gefährdet ist? "Hier gibt es nichts, deshalb wollen wir etwas tun. Wir haben noch richtig Elan, und wir wollen auch, dass in unserem Dorf etwas passiert." Oliver H. (28) ist einer der wenigen Jungen, die in Postlow geblieben sind. Oliver hat Arbeit bei der Straßenmeisterei in der nächst gelegenen Stadt Anklam und lebt mit seiner Familie im Haus seiner verstorbenen Großeltern, Tür an Tür mit den Eltern. Oliver hat seine Kindheit hier verbracht und war nie weg - und will es auch gar nicht. Postlow, das ist seine Heimat - was zählt, ist die Familie, sind Freunde und die Freiwillige Feuerwehr. Hier übernimmt er seit Kurzem Verantwortung als Wehrführer. Disko, Kneipe, Nachtleben, das vermisst Oliver nicht. Gemeinsam mit den jungen Leuten der Gemeinde will er seine Energie investieren, um das Dorfleben wieder in Schwung zu bringen. "Früher gab es noch eine Dorfgemeinschaft, doch nach der Wende hat sich jeder mehr zurückgezogen." Ursula B. (74) kam mit zwei Jahren als Flüchtlingskind mit ihrer Mutter und den beiden Brüdern aus Ostpreußen nach Postlow. Von ihrer alten Schule ist nur mehr eine Ruine geblieben. Doch sie hat auch schöne Erinnerungen an die Vergangenheit. Seit 50 Jahren lebt sie in ihrer Dreiraum-Wohnung im Plattenbau, hier möchte sie bleiben, auch wenn es keinen Laden und keinen Arzt gibt. Zum Glück existiert noch der Zusammenhalt mit den Nachbarinnen, sie helfen sich gegenseitig und leisten sich im Alter Gesellschaft. Doch wird Ursula in ihrer Wohnung bleiben können?


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