Hits unterm Hakenkreuz
01.02.2026 • 23:45 - 00:30 Uhr
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Max Raabe
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Originaltitel
Hits unterm Hakenkreuz
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
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Unterhaltungsmusik im Dienst der Propaganda

Von Hans Czerny

Es waren Durchhalteschlager, die meist aus UFA-Filmen stammten, eingängige Melodien, denen man ihre Propagandazwecke nicht ohne weiteres anmerkte. Doch der Propagandaminister Joseph Goebbels hatte alles im Griff, wie die ZDF-Doku "Terra X History: Hits unterm Hakenkreuz" nun nacherzählt.

Unterhaltungs- und Tanzmusik nahm im sogenannten Dritten Reich einen ungeheuren Aufschwung. UFA-Stars und Schlagerkomponisten fütterten die Massen mit ihren "Hits unterm Hakenkreuz", auf die es der Propagandaminister Joseph Goebbels abgesehen hatte. Die Musik sollte ablenken vom harten Alltag. Später dann, als die Bomben fielen, wurde mit Marsch- und Liebesliedern der Durchhaltewille gestärkt. Drüben, jenseits des Atlantiks spielten Glenn Miller, Count Basie oder Duke Ellington, in Deutschland sang Zarah Leander 1937 vom "Wind, der mir ein Lied erzählt" und 1942 dann "Es wird einmal ein Wunder gescheh'n", dem Untergang zum Trotz.

Von Hans Sommer, der 1938 Berufsverbot bekam und dann nach Amerika auswanderte, stammte der Song "Jawohl, meine Herr'n" mit den Zeilen "Von heut an gehört uns die Welt" und "Wir tun, was uns gefällt". Der geniale Michael Jary schrieb "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" für den Film "Paradies der Junggesellen", mit Heinz Rühmann, Josef Sieber und Hans Brausewetter. Zwischen 1939 und 1941 war das "Wunschkonzert für die Wehrmacht" der Straßenfeger schlechthin, Lale Andersens "Lili Marleen" (Komposition Norbert Schulze) wurde zum beliebtesten Lied des Zweiten Weltkriegs, es wurde an allen Fronten gespielt.

Jazz und Swing waren nicht unbedingt verboten, sofern sie aus Deutschland kamen. Die Hamburger Swing-Jugend rebellierte jedoch mit amerikanischem Jazz im Untergrund, hunderte wurden verhaftet. Jüdische Komponisten und Künstler wanderten aus oder wurden mit Berufsverbot belegt. Wie viele andere sang und spielte Hans Albers nach 1945 erfolgreich weiter. Mit der "La Paloma"-Version "Einmal muss es vorbei sein" hatte er 1944 einen als subversiv geltenden Text vorgetragen. Die Hits aus düsterer Zeit werden im "Terra X History"-Film vom Chansonnier und Travestiekünstler Tim Fischer, sowie dem Leiter des "Palast Orchesters" Max Raabe kommentiert.

Terra X History: Hits unterm Hakenkreuz – So. 01.02. – ZDF: 23.45 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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