Das Chaoten-Duo "Hubert und Staller" darf zum letzten Mal gemeinsam ermitteln. Allerdings anders, als man es erwarten konnte – in gleich mehrfacher Hinsicht.

Die Ära des ARD-Dauerbrenners "Hubert und Staller" wird enden. Ab 9. Januar gehen die titelgebenden Helden getrennte Wege – denn in der achten Staffel ermittelt "Hubert ohne Staller". Warum das so ist, erzählt nun das 90-minütige Prime-Time-Special "Eine schöne Bescherung". Darin müssen Hubert (Christian Tramitz) und Staller (Helmfried von Lüttichau) nur wenige Tage vor dem Fest der Liebe eine schreckliche Entdeckung machen: Eine alte Dame sitzt seit einem Jahr tot – und mittlerweile mumifiziert – in ihrem Wohnzimmer. Es stellt sich heraus: Jemand hat der Frau das Genick gebrochen – und sie um 400.000 Euro erleichtert. "Also Mord! Und jetzt so kurz vor Weihnachten," beschwert sich Polizeichef Girwidz (Michael Brandner). Gleich mehrere Verdächtige kommen infrage. Können die Chaoscops aus Wolfratshausen den Fall knacken?

An und für sich kein Problem für das Dreamteam, das nahezu sämtliche Fälle im Vorübergehen und eher zufällig denn durch kriminalistische Kompetenz zu lösen vermag. Doch "Eine schöne Bescherung" wartet gleich zu Beginn mit einer Überraschung auf. Weil Staller eine vorweihnachtliche Shoppingreise nach Rom gewinnt, macht er sich schnurstracks auf den Weg in die Ewige Stadt. Und im Zugabteil lernt der schlaksige Tollpatsch die Liebe seines Lebens kennen. Der grimmige Hubert muss den Fall nun ohne ihn in die Hand nehmen und erhält dabei mal mehr, mal weniger wertvolle Unterstützung von Riedl (Paul Sedlmeir), Lena (Klara Deutschmann) und Girwidz ...

Überraschenderweise entpuppt sich der Raubüberfall mit Todesfolge als verhältnismäßig komplexe Angelegenheit, die sogar seriöse Polizeiarbeit erfordert! Parallel dazu wird der misanthropische Hubert emotional gefordert – und das nicht nur, weil Staller ihn alleine zurücklässt. Denn als die 16-jährige Anna (Sinje Irslinger) vor Huberts Tür steht und behauptet, sie sei seine Tochter, bröckelt die Fassade des ewigen Miesepeters. Genau hier zeichnet sich die große Stärke der Sonderfolge ab: Humor und Gefühl gehen diesmal Hand in Hand.

Das hat auch Christian Tramitz imponiert, wie er im Interview mit der Agentur teleschau erklärt: "Hier hat einfach alles gestimmt. Obwohl vieles so tragisch und traurig ist – oder gerade deswegen. So kann für mich auch gerne die Zukunft des Formats aussehen. Es muss auch mal Platz für Tragik sein, denn nur dadurch entsteht Komik!"

Apropos – selbstverständlich dürfen auch die absurden und skurrilen Elemente nicht fehlen. Inklusive schwarzhumoriger Situationen und solcher Knallerdialoge wie "Ich dachte, euch gibt's nur im Doppelpack, wie diese siamesischen Zwillinge?" – "Bei uns ist's andersrum: zwei Körper, ein Hirn!" Eine abstrusere weihnachtliche Komödie hat man wohl seit dem brillanten Kult-Klamauk "Schöne Bescherung" mit Chevy Chase nicht mehr gesehen.

Der vorerst letzte gemeinsame Auftritt von "Hubert und Staller" wurde von Sebastian Sorger inszeniert und basiert auf einem Buch von Philip Kaetner und Oliver Mielke – allesamt bestens vertraut mit dem humorvollen Krimikosmos. Mit ihrem 90-Minüter vollbringen sie das Kunststück, Helmfried von Lüttichau einen würdevollen Abschied zu bereiten und gleichermaßen nicht darauf herumzureiten, dass ihnen einer der Hauptdarsteller abhandenkommt. Denn "Eine schöne Bescherung" zeigt, dass die Reihe auch nach dem Fortgang Stallers funktionieren kann. Der Grundstein dafür wurde gelegt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst