Lebenslinien
02.03.2026 • 22:00 - 22:45 Uhr
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Lebenslinien: Cissé, der Kult-Taxifahrer
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Lebenslinien: Cissé, der Kult-Taxifahrer
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Originaltitel
Lebenslinien
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
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Die Sehnsucht nach seinen Bayern-Idolen hat ihn nach München getrieben

Von Hans Czerny

Höchste Zeit, dass sich die "Lebenslinien" endlich einem Porträt des Kult-Taxifahrers und eingefleischten Bayern-Fans Isaak Cissé widmen. Wer ist der Kerl, der immer so schön nervt mit seinem eigenwilligen Humor und seiner fortdauernden Begeisterung?

Isaak Cissé, Taxifahrer von Beruf, kommt mit seiner Glosse, Kommentar, ja was: gespieltem Witz oder Fußballsketch? immer zum Abschluss der Sonntagabend-Sportsendung "Blickpunkt Sport" im BR. Es ist ein Trost für alle, die bedauern mögen, dass die meist vor Fußball berstende Sendung schon wieder mal zu Ende ist. Rausschmeißer und Betthupferl zugleich. Höchste Zeit für ein BR-"Lebenslinien"-Porträt des 1954 in Dakar geborenen Bayern-Fans, der von sich behauptet: "Mei' Zunge is' rot."

Man muss ihn einfach mögen, den gemütlichen, runden schwarzen Mann aus dem Senegal, der sich einst, mit 22 Jahren, auf den Weg gemacht hat, um "seinen" Bayern nahe zu sein. In Dakar wuchs er in Armut als eins von 13 Kindern auf. Die Integration gerät dem Sohn eines Werkmeisters und strenggläubigen Koranpredigers trotz Fußball ("FC Ungererbad") und Frauen zur Herausforderung, doch den bayerischen Dialekt liebt er so sehr, dass er ihm allen Mängeln zum Trotz leicht von der Zunge geht. Cissé ist immer lustig – egal, ob er nun verschiedene Trainertypen imitiert oder aus dem Mailänder San Siro-Stadion aus Enttäuschung über das verpasste Endspiel dort ein "San Zero" macht. Er ist längst Kult, aber er war auch immer ein Geheimtipp, ein Überraschungsgast. Dass das nun mit dem "Lebenslinien"-Porträtfilm vorüber ist, weil der BR ihn einordnet zwischen allerlei Berühmtheiten, ist fast schon schade. Andererseits sind wir uns sicher: Der Mann ist meilenweit davon entfernt, ein eitler Star zu sein.

In den späten 70-ern nach München gekommen, um seine Bayern-Idole zu sehen, wie er auf einem Besuch in seiner Heimatstadt Dakar erzählt, ist der Familienvater inzwischen Münchens bekanntester Taxifahrer und wohl auch Fußballfan. Sein Bairisch mit dem rollenden "r" und der immer wieder eingebauten Idiomatik ("griabig") wird's noch geben, wenn der Dialekt in München schon ausgestorben ist. "Der Bayer red' wenig, ober sogd viel", so weiß der "bayrische Bazi", wie ihn zu Recht sein Entdecker, der BR-Redakteur Andreas Egertz, nennt. 33 Jahre lang war der jüngst geschiedene Familienvater verheiratet. Seine letzten Lebensjahre will er daheim in Dakar verbringen.

Cissé, der Kult-Taxifahrer – Mo. 02.03. – BR: 22.00 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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