Liebe macht mutig
17.12.2019 • 22:15 - 22:45 Uhr
Info, Menschen
Lesermeinung
Emily (22) und Erik (22) genießen ihren ersten Urlaub ohne Eltern.
Vergrößern
Emily (22) und Erik (22) genießen ihren ersten Urlaub ohne Eltern.
Vergrößern
Emily (22) und Erik (22) genießen ihren ersten Urlaub ohne Eltern.
Vergrößern
Endlich frei und unbeschwert das Leben genießen. Emily und Erik machen Urlaub in einem Feriendorf für Behinderte in Dänemark.
Vergrößern
Originaltitel
Liebe macht mutig - Zu zweit mit Down-Syndrom
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2019
Info, Menschen

Pärchenurlaub mit Downsyndrom

Von Andreas Schoettl

Emily und Erik reisen erstmals gemeinsam in den Urlaub. Keine großartige Sache bei erwachsenen Menschen, oder? In einer Welt, in der verstärkt nach Perfektionismus gestrebt wird, scheint die Liebe zweier Menschen mit Behinderung jedoch sehr wohl ein Problem.

Babys mit Erbgutstörungen oder Organfehlbildungen haben heute zwar bessere Lebenschancen als je zuvor. Doch nur noch selten werden sie ihnen gewährt. Statistische Zahlen bereits von 2015 untermauern das: Schon vor vier Jahren ließen neun von zehn Frauen bei einer Trisomie einen Abbruch vornehmen. Emily und Erik hätten nach dieser neueren Entwicklung wohl nie das Licht des Lebens erblickt. Doch beide sind nunmehr auch schon über 20 Jahre alt. Und beide sind ineinander verliebt. Nun wollen sie erstmals gemeinsam in den Urlaub fahren. Der berührende Film von Detlev Scholz, der nun im Rahmen von "37°" im Zweiten zu sehen ist, zeigt, dass es für Emily und Erik überhaupt nicht selbstverständlich ist, einfach mal eine Zeit gemeinsam zu sein.

Beide wohnen noch zu Hause bei ihren Eltern, treffen sich nur am Wochenende zu Unternehmungen und zum Übernachten. Wenn Emily mehr will von ihrem "gutaussehenden und klugen" Freund, macht Eriks Mutter sich bereits Sorgen.

Dass die Kinder sich irgendwann von ihren Eltern abkapseln, ist sonst normal. Als junger Mensch mit Downsyndrom erscheint Vergleichbares jedoch ungleich komplizierter. Emily und Erik aber fahren gemeinsam in den Urlaub. Nach Dänemark – in eine Feriendorf für Behinderte. Die Eltern sind nicht dabei. Gut so! Dafür reisen zwei Betreuer mit ihnen. Sie sollen helfen, falls ihre "Schützlinge" tatsächlich an ihre Grenzen stoßen könnten.

Abseits des emotionalen Porträts zweier Menschen, die sich gegenseitig "super" und "lustig" finden, berührt Scholz' Reportage durchaus nachdenklich eine Ebene, die womöglich nur zu gerne ausgeblendet wird. Denn wie steht es eigentlich um eine Welt, in der insgesamt nur noch nach Perfektionismus gestrebt wird? Und in der die pränatale Diagnostik dazu führt, dass Menschen wie Emily und Erik eben nicht an einem Sandstrand gemeinsam herumtollen können. Denn es gebe sie nicht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Das beste aus dem magazin

Das Buch "Pfoten im Sand"
Gesundheit

Für Sie gelesen: "Pfoten im Sand"

Dr. Sybille Morch tauschte ihr Leben als Oberärztin gegen ein neues Glück auf Koh Samui: In ihrem Buch "Pfoten im Sand" erzählt sie von ihrer Reise und ihrem Einsatz für behinderte Hunde.
Prof. Dagny Holle-Lee ist Leiterin des Westdeutschen Kopfschmerz- und
Schwindelzentrums Essen sowie Oberärztin der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen.
Gesundheit

Auch Schwindel kann Migräne sein

Vestibuläre Migräne überrascht oft, da sie sich durch Schwindel statt der typischen Kopfschmerzen äußert. Viele Betroffene fühlen sich benommen oder wie auf einem Schiff. Die richtige Diagnose dauert oft Jahre, doch die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und erfolgversprechend.
Ronald Reng
HALLO!

Ronald Reng: "Die Nation hat sich entkrampft"

Ronald Reng („Robert Enke“, „Miro“, „Spieltage“) blickt in seinem neuen Buch „Der deutsche Sommer“ (Piper Verlag) auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zurück. Im Interview erklärt er, warum dieses Turnier auch 20 Jahre danach immer noch als „Sommermärchen“ gilt.
Der Kalendermonat Mai.
Gesundheit

Aktionstage für die Gesundheit

Der Mai ist reich an Gesundheitstagen: Von Rauchfrei-Aktionen über den Welt-Hebammentag bis hin zum Asthma-Tag wird auf wichtige Gesundheitsthemen aufmerksam gemacht.
Olivia Jones (l.) und Johannes Hegemann 
HALLO!

Olivia Jones über den Film "Olivia": "Das ist wie ein Ritterschlag"

Oliver ist seit vielen Jahren unter dem Namen Olivia Jones als Travestie-Künstler erfolgreich. Besonders die Teilnahme an „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus” 2013 machte Olivia einem großen Publikum bekannt. Der Film „Olivia“ (ab 5. Mai in der ZDFmediathek und am 13. Mai um 20.15 Uhr im ZDF) erzählt eindrucksvoll die Lebensgeschichte des Künstlers.
Dr. Lena Schlender ist Zahnärztin im Carree Dental in Köln.
Gesundheit

Gegen schädliche Bakterien: Zahnseide richtig nutzen

Zahnseide ist ein unverzichtbares Werkzeug in der Mundhygiene. Doch viele machen beim Flossing einen entscheidenden Fehler: Das kreuz und quer Anwenden. Warum das schädlich ist und wie es richtig geht, erfahren Sie hier.