Liebesbrief an Jenny
30.11.2025 • 20:15 - 21:45 Uhr
Spielfilm, Komödie
Lesermeinung
Jenny (Stefanie Reinsperger) und Timo (Golo Euler) können ihre Zuneigung nicht mehr leugnen.
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Timo (Golo Euler) fühlt sich zu Jenny (Stefanie Reinsperger) hingezogen – ihre Fähigkeit, in jeder Lage sie selbst zu bleiben, beeindruckt ihn.
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Timos Managerin Alessia (Pheline Roggan) arbeitet rund um die Uhr an der perfekten PR-Strategie.
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Timo (Golo Euler) möchte sein Verhalten wiedergutmachen. Gibt Jenny (Stefanie Reinsperger) ihm noch eine Chance?
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Originaltitel
Liebesbrief an Jenny
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Spielfilm, Komödie

Gegensätze ziehen sich an

Von Paula Oferath

Wie räumt man eigentlich mit Klischees auf? Indem man sie aufgreift und zeigt, dass es auch anders geht. Genau das traut sich das "ZDF-Herzkino" nun mit "Liebesbrief an Jenny".

Dass sich Gegensätze anziehen, zeigt schon ein einfacher Magnet. Dass das Prinzip auch in der Liebe funktioniert, beweist der neue ZDF-Film "Liebesbrief an Jenny" (Regie: Christine Adler, Buch: Sophia Krapoth), der sich als echte Überraschung entpuppt und erstaunlich tiefgründig daherkommt. Was vor allem an den beiden großartig besetzten Hauptcharakteren liegt: Unterschiedlicher könnten Jenny (Stefanie Reinsperger) und Timo (Golo Euler) kaum sein – und trotzdem (oder gerade deshalb) entwickelt sich zwischen den beiden eine durchaus authentische Liebesgeschichte.

Jenny arbeitet in einem Online-Versandhandel für Pflanzen, liebt das Tanzen und hat nach zahlreichen gescheiterten Diäten beschlossen, sich von gesellschaftlichen Schönheitsidealen nicht mehr vorschreiben zu lassen, wie sie zu leben hat. Eine Waage besitzt sie längst nicht mehr. Während für Jenny Selbstakzeptanz und Lebensfreude im Vordergrund stehen, scheint der dynamische Timo erst lernen zu müssen, dass Wert nicht allein über Muskeln oder Ausdauer entsteht.

"Solche Typen sorgen dafür, dass jetzt auch die ganzen Jungs Essstörungen kriegen"

Nach einem Unfall auf der Tanzfläche muss Jenny zwei Wochen in eine Reha-Klinik. Schuld daran ist ausgerechnet Tanzpartner Jürgen (Johannes Dullin), ihr Arbeitskollege, der heimlich in sie verliebt ist. In der Reha begegnet Jenny Timo, einem Fitness-Influencer mit Bad-Boy-Aura, der wegen zu hartem Training mit heftigen Knieproblemen kämpft. Im Alltag hätten sich die beiden wohl nie kennengelernt. Jennys erster Eindruck von Timo fällt entsprechend eher weniger positiv aus. Als Jenny Timo das erst Mal sieht, flüstert sie ihrer Freundin Ricarda (Eva Bay) zu: "Solche Typen sorgen dafür, dass jetzt auch die ganzen Jungs Essstörungen kriegen."

Doch manchmal sind es gerade die krassesten Gegensätze, die einen Funken entzünden. Als sie eines Abends in der Klinik zufällig denselben Esstisch teilen müssen, entsteht plötzlich eine unerwartete Verbindung zwischen den beiden – etwas passiert, das man nicht sehen, messen oder in Kalorien umrechnen kann.

Zwischen Likes, Followern und Fitnessdruck

Jenny ist mit sich und ihrem Körper im Reinen, während Timo ständig versucht, sich selbst zu optimieren. Die Art, wie Jenny das Leben, die Welt und sich selbst betrachtet, ist für ihn so neu und ungewohnt, dass er beginnt, sich in ihrer Nähe wirklich wohlzufühlen. Doch obwohl sie sich in der Klinik näherkommen, sorgt ihre Unterschiedlichkeit immer wieder dafür, dass sie sich voneinander entfernen.

Und als wäre es für Timo nicht schon schwierig genug, zu seinen Gefühlen zu stehen, bringt sein Social-Media-Job alles zusätzlich ins Wanken. Zwischen Likes, Followern und Fitnessdruck stellt sich am Ende die Frage, ob echte Liebe überhaupt eine Chance hat, wenn das ganze Leben durch Filter läuft.

"Eine Liebesgeschichte mit politischem Mehrwert"

Stefanie Reinsperger beschreibt "Liebesbrief an Jenny" als "eine Liebesgeschichte mit politischem Mehrwert". Sie erklärt: "Es geht in erster Linie darum, dass sich zwei Menschen begegnen und einander wirklich sehen wollen – ihre Seelen mit all ihren Ecken und Kanten, Ängsten, Abgründen und Fehlern – und all ihrer Schönheit." Noch eine weitere Message macht den Film für die österreichische Schauspielerin so besonders: "Es geht aber auch darum, mit diversen Vorurteilen Körperbilder betreffend aufzuräumen, sie zu zeigen und zu sagen: Wir sind alle Menschen. Ich bin davon überzeugt, dass es jeder Mensch verdient, sich selbst zu lieben und geliebt zu werden."

Die 37-jährige Schauspielerin verrät außerdem, wie sie es selbst schafft, in Selbstliebe zu leben. "Für mich ist Selbstliebe ein Prozess, der niemals abgeschlossen ist – ein delikates, sensibles Thema und für jeden individuell. Ich finde es wichtig, den Druck rauszunehmen, denn es kann anstrengend sein, jeden Morgen mit dem Anspruch auf Selbstliebe aufzuwachen", so die Schauspielerin.

"Was uns ausmacht ist das Innen, nicht das Außen"

Auch Golo Euler äußert sich in einem Gespräch zum Thema Body Positivity. "Body Positivity ist auf einem Weg. Ich weiß nur nicht, ob es ein guter Weg ist, denn es darf ja nicht die eine Vorstellung von Körpern einfach nur gegen eine andere ausgetauscht werden", findet der Schauspieler. "Aber prinzipiell sind wir als Gesellschaft auf dem Weg, zu verstehen, dass der Körper keine Schablone ist, die auf eine bestimmte Art und Weise zu sein hat. Denn was uns ausmacht, ist das Innen, nicht das Außen", ergänzt der 43-Jährige.

"Liebesbrief an Jenny" ist ein Film über Selbstannahme, das Aufbrechen von Schönheitsidealen und über die überraschende Erkenntnis, dass wahre Nähe dort beginnt, wo man aufhört, sich zu verstellen.

Liebesbrief an Jenny – So. 30.11. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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