München Mord - Das Kamel und die Blume
20.11.2021 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
Lesermeinung
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
München Mord
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2021
Altersfreigabe
12+
Serie, Krimireihe

Das Ende der Idylle: Tod im Schrebergarten

Von Rupert Sommer

Der neue Samstagabend-Krimi aus der originellen "München Mord"-Reihe taucht ein in ein Milieu, das nur auf der Oberfläche friedlich, geordnet und pseudo-idyllisch wirkt. Vor allem, wenn die Liebe ins Spiel kommt, wird es auch im Kleingarten abgründig und bitter.

Die Kleinkarten-Kolonie "Wiesenfeld" im nicht ganz so wohlhabenden Münchner Norden ist ein Ort, der schön sein möchte, der aber vor allem bei Kommissar Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) Abscheu und Fluchtreflexe auslöst. Im neuen ZDF-Samstagsabendkrimi "München Mord – Das Kamel und die Blume" verunglimpft der gerne mal etwas gockelhaft auftretende Kollege von Ludwig Schaller (wie immer großartig kauzig: Alexander Held) und Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen) einen Schrebergarten, der sich als Tatort entpuppt, immer wieder als "Spießergarten". Dass in der gepflegt wirkenden Anlage vieles nicht stimmt und hinter hübschen Zierhecken versteckt wird, liegt für Neuhauser in der Herbst-Luft. Und fürwahr: Es ist ein Ort der Abgründe.

Wer möchte das junge Patchwork-Glück verhindern?

Krimi-Meister Friedrich Ani, der schon unzählige Buchvorlagen für tolle deutsche Fernsehkrimis geschrieben hat, taucht zusammen mit der Co-Autorin Ina Jung in eine Welt ein, die sich bieder gibt, aber böse sein kann. Das lässt sich auch über den Fall sagen, zu dem die drei Kommissare diesmal gerufen werden. Alles sieht jedoch erst mal eher nach einem tragischen Unfall in einem der "Wiesenfeld"-Gärten aus. In einer der Schrebergarten-Lauben kam es zu einer Verpuffung. Getötet wurde durch die Wucht der Explosion ein Mann, der offensichtlich zur falschen Zeit am falschen Ort war. Schnell stellt sich heraus, dass die Gas-Leitung vor Ort manipuliert worden war: Doch wem galt die teuflische Falle wirklich?

Dass die hübsche junge Schwangere Celine Papst (Lena Meckel) unerwartet in der Gartenanlage auftaucht, genau dann als die Ermittler Zeugenaussagen von extrem schrulligen Anliegern wie dem nach einem Kehlkopf-Leiden verstummten Eigenbrötler Woita (Helmfried von Lüttichau) aufnehmen, kann kein Zufall sein. Tatsächlich sucht Celine ihren neuen Partner Karim (Hassan Akkouch). Der ist zwar nicht der Vater des noch ungeborenen Kindes, zeigt sich aber nicht nur verliebt, sondern auch loyal und will mit der jungen Mutter eine (Patchwork-)Familie gründen. Der eigentliche Erzeuger von Celines Baby ist mit ihrem Ex-Freund Patrick (Timur Bartels) ein Hitzkopf, der offenbar auch zur Gewalt neigt. Und dann zieht im Hintergrund offenbar auch noch der undurchsichtliche Künstler-Vater Oliver Papst (Rufus Beck) seine Fäden: Er macht kein Hehl daraus, dass er Patrick gegenüber Karim klar bevorzugt.

Flierl sucht über eine Dating-App Anschluss

Es ist ein sehenswert sperriger Krimi, der wieder einmal Licht auf die schummerigen Schattenseiten der sonst gerne so prahlerisch weiß-blauen Landeshauptstadt wirft. Dabei muss es auch wieder einmal um Männer-Seilschaften, Filz und Lieblosigkeit gehen. Mittendrin irrlichtert die liebenswerte, liebesbedürfte Single-Polizistin Flierl umher: Sie versucht ausgerechnet über eine Dating-Plattform, in der Münchner Macho-Welt Anschluss zu finden.

"Für mich ist der klassische Schrebergarten ein Ort des Friedens und der Freude, ein Paradies aus Harmonie und idyllischer Nachbarschaft. Absolut optimal für sehnsuchtsvolle Gedanken des Fräulein Flierl und ein finsteres Verbrechen", befindet Autor Friedrich Ani.

München Mord – Das Kamel und die Blume – Sa. 20.11. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Yared Dibaba lacht.
HALLO!

Yared Dibaba: "Ich möchte mich einbringen, in den Dialog gehen"

Yared Dibaba reflektiert in seinem neuen Buch „Bin da, wer noch?“ über seine persönliche Reise von Äthiopien nach Deutschland und die Bedeutung von Vielfalt und Identität.
Das Buch „Der Tod ist dein letzter großer Termin. Ein Bestatter erzählt vom Leben“ von Christoph Kuckelkorn
Gesundheit

Für Sie gelesen: "Der Tod ist dein letzter großer Termin. Ein Bestatter erzählt vom Leben"

Christoph Kuckelkorn, bekannt als Bestatter und ehemaliger Präsident des Festkomitee Kölner Karneval, beschreibt in seiner neuen Biografie die Gemeinsamkeiten zwischen Bestattungen und Karneval. Er gibt Einblicke in sein Berufsleben und seine persönlichen Erfahrungen mit Trauer und Verlust.
Dr. Julia Fischer lacht.
Gesundheit

Fettleber ohne Alkohol – wenn der Stoffwechsel die Leber angreift

Eine 60-Jährige aus Rheinland-Pfalz kämpft mit einer stoffwechselbedingten Fettlebererkrankung. Trotz fehlender Symptome kann diese Krankheit schwerwiegende Folgen haben, wie erhöhte Risiken für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Intensive Betreuung im Leberzentrum Mainz und eine Ernährungsumstellung helfen ihr, die Krankheit in den Griff zu bekommen.
Ein Paar steht im Sonnenuntergang am Strand und hat sich in den Armen.
Reise

Ein schöner Urlaub für alle: Barrierefrei reisen

Barrierefreies Reisen ist für Menschen mit verschiedenen Einschränkungen möglich. Ob Unterkunft, Sehenswürdigkeiten oder Mobilitätsservice – "Reisen für alle" bietet die passende Lösung.
Das Buch „Nimm den Zwängen die Macht. Zwangsstörungen und Zwangsgedanken verstehen, sich ihnen stellen und Freiheit zurückgewinnen “
Gesundheit

Für Sie gelesen: "Nimm den Zwängen die Macht"

Zwangsstörungen belasten Betroffene und sind oft schwer nachvollziehbar. Ein neuer Ratgeber erklärt die Unterschiede zwischen Marotten und krankhaften Zwängen und gibt wertvolle Tipps zur Überwindung.
Midge Ure guckt in die Ferne.
HALLO!

Midge Ure: "Es ist entweder mutig oder komplett verrückt"

Midge Ure, ehemaliger Frontmann von Ultravox, kehrt mit einem neuen Doppel-Album zurück. Im Interview spricht er über seine musikalische Entwicklung, den Einfluss von Kraftwerk und seine Entscheidung für ein Doppel-Album.