In dem Drama (2022) nimmt eine zweifache Mutter eine Drogensüchtige bei sich auf – eine Entscheidung, die alles verändert.
Frankreich, 1981: Elisabeth (Charlotte Gainsbourg), Mutter zweier Kinder, ist frisch geschieden. Die Brustkrebsoperation steckt ihr noch in den Knochen. Sie ist zunächst vergeblich auf der Suche nach Arbeit und kämpft in Paris auf vielen Ebenen ums Überleben. Die Sorgen lassen sie nachts kaum ein Auge zumachen. Doch dank ihrer Schlaflosigkeit wird sie auf die nächtliche Radio-Talkshow "Passagiere der Nacht" der Moderatorin Vanda Dorval aufmerksam – und bewirbt sich prompt als Telefonistin. Ihr Job: Anrufer auf ihre Tauglichkeit als Studiogäste zu prüfen. Dabei stößt die taffe Protagonistin auf die 18-jährige drogensüchtige Talulah (Noée Abita). Kurzerhand nimmt sich Elisabeth der verlorenen Seele an.
Unter der Regie von Mikhaël Hers setzen die Drehbuchautorinnen Maud Ameline und Mariette Désert in ihrem sensibel erzählten Drama (2022) auf eine offene Erzählweise über eine vom Schicksal gebeutelte Mutter, die im Strudel des Lebens unterzugehen droht. Dabei geht es um mehr als einfache Lösungen. Vor allem die Stimmungen und ungefiltert dargestellten Schwächen der einzelnen Figuren stehen in der Free-TV-Premiere, die auch als nostalgische Hymne an das gute alte Nachtradio verstanden werden darf, im Vordergrund.
"Passagiere der Nacht" – Mi. 13.03. – ARTE: 20.15 Uhr