Unterhaltung
SRF bi de Lüt - Landfrauenküche
Am Rande des autofreien Dorfes Braunwald liegt der Hof "Tschudiberg" der Familie Streiff. Sie betreibt Milchwirtschaft und Rinderaufzucht. Im Sommer ist der Stall hier leer, die Tiere sind auf der Alp oberhalb von Braunwald. Auch der Lebensmittelpunkt der Familie ist dann dort oben. Landfrau Margrit ist auf einem Pachtbetrieb im Kanton Luzern aufgewachsen und hat schon als Kind auf der Alp der Familie Streiff Ferien gemacht. Sie hat überall mit angepackt, weil sie Freude an der Arbeit mit den Tieren hatte und Bäuerin werden wollte. Jakob, oder Köbi, wie der Sohn der Familie Streiff von allen genannt wird, ist ihr lange nicht aufgefallen, erst, als sie längst ein Teenager ist. Obschon Köbi 14 Jahre älter ist, verliebt sie sich in ihn: "Er hat mir einfach gefallen", sagt sie noch heute mit einem Strahlen im Gesicht. Auch Köbi verliebt sich und sie heiraten, trotz Widerstand und Bedenken aus dem Umfeld. Margrit ist 19-jährig, Köbi 33 Jahre alt. Der Altersunterschied kümmert die beiden nicht. Sie gründen eine Familie, haben fünf Kinder und betreiben den Hof und die Alp in Braunwald. Während Köbi jetzt auf seine Sechzig zu geht und langsam an die Übergabe des Hofes denkt, steht Margrit mit 45 Jahren mitten im Leben. Der Altersunterschied stellt sie bald vor eine neue Herausforderung. "Ich will mit Köbi alt werden", meint Margrit dazu und Köbi denkt, dass es das Wichtigste sei, dass man sich gern habe. Pläne für die Zukunft machen sie noch keine und arbeiten weiter, denn zu tun gibt es immer viel. Zur Alp der Familie gehört seit 2009 eine Käserei. Das ist Margrits Reich. Aus der Milch der Kühe stellt sie Käse, Butter und Rahm her. Zutaten, die auch in ihrem Menü für die Landfrauen Einzug finden werden. Nach dem Käsen auf der Alp geht's zurück ins Tal, Margrit hilft beim Heuen und den Arbeiten rund um den Hof. Am Abend fährt sie mit der ganzen Familie zurück auf die Alp, treibt die Kühe ein und hilft im Stall beim Melken. Für die Vorbereitungen des Landfrauenessens muss sie sich Zeit freischaufeln. Das Menü, das sie kochen will, soll bodenständig sein und ihr entsprechen. Zur Vorspeise gibt es einen Käse-Schinken-Krapfen mit Salat. Der Käse kommt von der Alp, die Alpbutter wird im Blätterteig des Krapfens sein, auch im Glarnerbeggäli zum Dessert steckt Alpbutter. Der Alprahm ist die Basis des Heidelbeerparfaits beim Dessert. Zum Hauptgang gibt es Saftplätzli vom eigenen Kalb. Das Schmorgericht wird die Bäuerin aus der Ruhe bringen: Weil das Kalb im Sommer mit den Kühen auf den Weiden herumsprang, ist das Fleisch anders als herkömmliches Kalbfleisch und Margrit weiss nicht genau, wie lange sie es schmoren lassen soll. Ob sie es auf den Punkt bringen wird?