Sayonara Loreley - Wiedersehen in Rüdesheim
09.06.2023 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Komödie
Lesermeinung
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
Sayonara Loreley
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
Fernsehfilm, Komödie

Raus aus der Graumäusigkeit!

Von Martina Maier

Katharina Marie Schubert brilliert im TV-Film "Sayonara Loreley – Wiedersehen in Rüdesheim" als frustrierte Chorsängerin, die auf dem Weg nach Tokio in einem Rheinstädtchen strandet und dort die Chance nutzt, ihr Leben zu sortieren.

"Quäle deinen Helden" gilt als einer der wichtigsten Leitsätze beim Drehbuchschreiben. Damit wird "Sayonara Loreley – Wiedersehen in Rüdesheim" (2022) zum Lehrbuchfilm: Reise geplatzt, Koffer in Tokio, Mutter im Koma, Geld futsch – und dann noch eine Verstrickung in Waffengeschäfte? Protagonistin und Graumaus Marie (Katharina Marie Schubert) hat allerhand auszuhalten, schlägt sich dabei aber zunehmend wacker. Ihr dabei zuzusehen, macht Spaß und stimmt zuweilen nachdenklich. "Sayonara Loreley – Wiedersehen in Rüdesheim" ist nun erstmals im Ersten zu sehen.

Seit Monaten freut sich die Japan-begeisterte Marie auf ihre Chor-Reise nach Tokio. Als es endlich losgehen soll, fällt ihre Mutter (Victoria Trauttmansdorff), die Maries Reise schon zuvor sabotiert hat, weil sie die Tochter in ihrem Kleinstadtladen braucht, ins Koma. Während Maries Koffer nach Tokio reist, strandet die bodenständige Frau im von Touristen aus aller Welt wimmelnden Rüdesheim. Die gigantische Zeche eines japanischen Geschäftsmanns (Ill-Young Kim) bleibt an ihr hängen, fortan ist sie auch noch pleite und damit obdachlos. Durch ein geklautes Brötchen lernt die äußerst gestresste Marie die lebenslustige Ukrainerin Krystina (Janina Elkin) kennen, die sie ermuntert, endlich ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und vor allem, sich ihr Geld zurückzuholen.

Japan zu Gast in Rüdesheim

"Eigentlich wünscht man Marie genau das, was im Film passiert", sagt Schauspielerin Schubert über ihre Filmfigur, die sie herzerwärmend motzig-trotzig darstellt. Und das stimmt: Nur dadurch, dass eine Schikane die nächste jagt, kann Marie "ihre Graumäusigkeit hinter sich lassen". Obwohl sie tagein, tagaus ein und dasselbe Kleid tragen musste, hätten die Dreharbeiten großen Spaß gemacht, zumal die Stadt in den Nachwehen des Lockdowns nahezu leergefegt gewesen sei: "Die Menschen im Bild sind praktisch alle Komparsen", erzählt die 46-Jährige.

"Die Japaner, die die Reisegruppe spielen, haben sich sogar mit dem Team angefreundet. Beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen, das der Film eröffnen durfte, habe ich sie wiedergetroffen." Zugesagt habe sie allerdings schon, bevor sie das Drehbuch las: Regisseur Wolfgang Murnberger, für dessen Filme sie sich begeistert, hatte angeklopft und wollte sie für die Rolle der Marie.

Murnberger ("Der Knochenmann") mit seinem Gefühl für Absurditäten wählte als Drehort ganz gezielt das ur-deutsche Städtchen Rüdesheim, in dem sich im Sommer zehnmal mehr Touristen als Einheimische durch die Straßen schieben, um Marie in einem Strudel aus Internationalität in ihrem eigenen Land zu zeigen. Entstanden ist dabei ein kurzweiliger, bisweilen skurriler Film, der nicht nur ein Potpourri an Menschen verschiedenster Herkunft, sondern auch an Emotionen zeigt: Freude, Wut, Verzweiflung und Hoffnung wechseln einander stetig ab – und mittendrin stehen Figuren, die manchem Zuschauer nach 90 Minuten so ans Herz gewachsen sein werden, dass er ihnen gern noch länger zuschauen würde.

Sayonara Loreley – Fr. 09.06. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

privat
HALLO!

Vom Selbstfindungs-Trip zum eigenen Buch: Carina Kruse

Carina Amara Kruse ist 29, als ihr Leben zu einem Trümmerhaufen wird – Liebe weg, Job weg. Doch statt in Selbstmitleid zu versinken, reist sie allein nach Bali, Indien und Neuseeland. Aus ihrer Reise entsteht schließlich das Buch „The Journey“.
WDR Herby Sachs
Gesundheit

TOFI: Normalgewichtig, aber Adipositas

Gesundheit ist mehr als nur das Gewicht auf der Waage. Warum Menschen mit normalem BMI und Bauchfett ein höheres Risiko für Krankheiten haben können als leicht Übergewichtige mit aktiver Lebensweise.
Eine ältere Frau hält ein Wasserglas mit Schmerzen.
Gesundheit

Welt-Parkinson-Tag am 11. April

Am 11. April wird der Welt-Parkinson-Tag begangen, um auf die Erkrankung aufmerksam zu machen. Anlässlich des Tages sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, darunter eine Online-Veranstaltung der Parkinson Stiftung.
Mathias Liebing mit verschränkten Armen.
HALLO!

Mathias Liebing: „Der Fußball gehört im Osten wieder zur regionalen Kultur“

Mathias Liebing hat nach seiner Biografie über Norbert Nachtweih nun das Buch „Plattgemacht“ über die Entwicklung des Fußballs in Ost-Deutschland nach der Wende geschrieben. Im Gespräch mit prisma gibt er interessante Einblicke in die ostdeutsche Fußballseele.
Eine Grafik zum Weltgesundheitstag.
Gesundheit

Die Gesundheit im Blick

Der Weltgesundheitstag wird jährlich am 7. April gefeiert und erinnert an die Gründung der WHO 1948. Das diesjährige Thema lautet: "Gemeinsam für die Gesundheit. An der Seite der Wissenschaft". Deutschland begeht diesen Tag seit 1954 mit angepassten Schwerpunkten.
Dr. med. Ramtin Knuschke in einem weißen Kittel.
Gesundheit

Bluthochdruck: Was hilft, wenn Tabletten nicht mehr reichen?

Bluthochdruck bleibt oft trotz Medikamenten ein Problem. Die Nierennervenablation kann neuen Halt bieten, indem sie gezielt Nervenfasern in der Nierenarterie verödet.