Späte Väter

  • Vater Klaus Huhle hat seinem Sohn Valentin die Liebe zur Musik vererbt. Vergrößern
    Vater Klaus Huhle hat seinem Sohn Valentin die Liebe zur Musik vererbt.
    Fotoquelle: ZDF/Leif Karpe
  • Beim Kartenspiel UNO ist die ganze Familie in ihrem Element! Vergrößern
    Beim Kartenspiel UNO ist die ganze Familie in ihrem Element!
    Fotoquelle: ZDF/Rüdiger Kortz
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    Liebe kennt keine Altersgrenze: Klaus Huhle mit Ehefrau Ulrike Kofler
    Fotoquelle: ZDF/Leif Karpe
  • Noch kann Vater Stefan Börner beim Tennis mit Tochter Flora gut mithalten. Vergrößern
    Noch kann Vater Stefan Börner beim Tennis mit Tochter Flora gut mithalten.
    Fotoquelle: ZDF/Rüdiger Kortz
Report, Dokumentation
Späte Väter

Infos
Produktionsdatum
2018
3sat
Mi., 05.12.
21:15 - 22:00


Der demografische Wandel und ein verändertes Wertebild der Gesellschaft machen es möglich: Aktuell hat bereits rund jedes 20. Neugeborene in Deutschland einen Vater, der älter ist als 50.

Oft werden tradierte Rollenmuster auf den Kopf gestellt, denn ältere Väter sind eher bereit, sich für ihre Kinder zu engagieren. Jetzt kümmert sich die junge Mutter um die Karriere, während der Vater sich mit reduziertem beruflichen Einsatz voll dem Nachwuchs widmet. So wie bei Klaus Huhle, 62, und seiner Frau Ulrike Kofler, 44, in Wien. Zusammen mit ihrem elfjährigen Sohn Valentin wohnen sie in einem alternativen Wohnprojekt mit 40 Parteien - in einer Art sehr großen Familie. Dort lebt man enger und einander zugewandter, offene Türen überall definieren "Privatsphäre" neu. Vor zwei Jahren hat das Paar noch ein heute vierjähriges Pflegekind zu sich genommen - zusätzliche Verantwortung und Arbeit für Vater Klaus. Grundsätzliche Erziehungsfragen sind zwar Gemeinschaftssache, doch da er im Job kürzer tritt, trägt er die Hauptlast der Mehrarbeit daheim.

Der 65-jährige Stefan "Daus" Börner und seine Frau Melanie Maasen, 47, haben zwei gemeinsame Töchter, Lotte, sieben, und Flora, zwölf Jahre alt. Sie arbeiten gemeinsam als Restauratoren für alte Holzmöbel und Leuchter in der eigenen Werkstatt in einer Kleinstadt südlich von Hamburg. Thomas Eglinski betreibt als Geschäftsführer das Deutsche Fußball-Internat in Bad Aibling. Der 57-Jährige hat mit seiner 17 Jahre jüngeren Frau Christine zwei kleine Söhne, mit denen er seine Liebe zum Fußball ausleben kann. Durch seinen 33-jährigen Sohn aus einer ersten Beziehung wird er demnächst auch Großvater.

Bei allen Vorteilen dieses Modells der späten väterlichen Verantwortung für die Kindererziehung stellen sich aber auch kritische Fragen: Wie fühlt sich ein Kind, wenn der Vater so alt wie der Opa der Freunde ist? Welche Folgen hat die vermutlich verkürzte gemeinsame Lebenszeit? Und warum entscheiden sich Frauen für den deutlich älteren Mann als Vater ihres Kindes, obwohl auch sie erhebliche Risiken tragen? Was, wenn der Partner zum Pflegefall wird oder im Todesfall die junge Mutter alleine mit dem halbwüchsigen Kind zurückbleibt?

Antworten auf diese Fragen geben nicht nur die Protagonisten aus der Praxis, sondern auch Soziologinnen aus Forschung und Theorie. Die Ethnologin Mag. Dr. Eva-Maria Schmidt vom Österreichischen Institut für Familienforschung an der Universität Wien forscht und publiziert zu den Themen elterliche Aufteilung von unbezahlter und bezahlter Arbeit, Vaterschaft, Männlichkeit und elterliche Erziehungspraktiken. Für Dr. Claudia Zerle-Elsäßer, Diplom Soziologin am Deutschen Jugendinstitut in München, ist die Bindung zwischen Vater und Kind essenziell wichtig: "Es geht um Interesse, Engagement und Zeit, die man für das Kind aufbringt. Und das ist unabhängig vom Alter".

Der demografische Wandel und ein verändertes Wertebild der Gesellschaft machen es möglich: Aktuell hat bereits rund jedes 20. Neugeborene in Deutschland einen Vater, der älter ist als 50.
Oft werden tradierte Rollenmuster auf den Kopf gestellt, denn ältere Väter sind eher bereit, sich für ihre Kinder zu engagieren. Jetzt kümmert sich die junge Mutter um die Karriere, während der Vater sich mit reduziertem beruflichen Einsatz voll dem Nachwuchs widmet.
So wie bei Klaus Huhle, 62, und seiner Frau Ulrike Kofler, 44, in Wien. Zusammen mit ihrem elfjährigen Sohn Valentin wohnen sie in einem alternativen Wohnprojekt mit 40 Parteien - in einer Art sehr großen Familie. Dort lebt man enger und einander zugewandter, offene Türen überall definieren "Privatsphäre" neu.
Vor zwei Jahren hat das Paar noch ein heute vierjähriges Pflegekind zu sich genommen - zusätzliche Verantwortung und Arbeit für Vater Klaus. Grundsätzliche Erziehungsfragen sind zwar Gemeinschaftssache, doch da er im Job kürzer tritt, trägt er die Hauptlast der Mehrarbeit daheim.
Der 65-jährige Stefan "Daus" Börner und seine Frau Melanie Maasen, 47, haben zwei gemeinsame Töchter, Lotte, sieben, und Flora, zwölf Jahre alt. Sie arbeiten gemeinsam als Restauratoren für alte Holzmöbel und Leuchter in der eigenen Werkstatt in einer Kleinstadt südlich von Hamburg.
Thomas Eglinski betreibt als Geschäftsführer das Deutsche Fußball-Internat in Bad Aibling. Der 57-Jährige hat mit seiner 17 Jahre jüngeren Frau Christine zwei kleine Söhne, mit denen er seine Liebe zum Fußball ausleben kann. Durch seinen 33-jährigen Sohn aus einer ersten Beziehung wird er demnächst auch Großvater.
Bei allen Vorteilen dieses Modells der späten väterlichen Verantwortung für die Kindererziehung stellen sich aber auch kritische Fragen: Wie fühlt sich ein Kind, wenn der Vater so alt wie der Opa der Freunde ist? Welche Folgen hat die vermutlich verkürzte gemeinsame Lebenszeit? Und warum entscheiden sich Frauen für den deutlich älteren Mann als Vater ihres Kindes, obwohl auch sie erhebliche Risiken tragen? Was, wenn der Partner zum Pflegefall wird oder im Todesfall die junge Mutter alleine mit dem halbwüchsigen Kind zurückbleibt? Antworten auf diese Fragen geben nicht nur die Protagonisten aus der Praxis, sondern auch Soziologinnen aus Forschung und Theorie.
Die Ethnologin Mag. Dr. Eva-Maria Schmidt vom Österreichischen Institut für Familienforschung an der Universität Wien forscht und publiziert zu den Themen elterliche Aufteilung von unbezahlter und bezahlter Arbeit, Vaterschaft, Männlichkeit und elterliche Erziehungspraktiken.
Für Dr. Claudia Zerle-Elsäßer, Diplom Soziologin am Deutschen Jugendinstitut in München, ist die Bindung zwischen Vater und Kind essenziell wichtig: "Es geht um Interesse, Engagement und Zeit, die man für das Kind aufbringt. Und das ist unabhängig vom Alter".


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