Steirerwut
02.04.2025 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
Lesermeinung
Sandra Mohr (Miriam Stein) im Einsatz.
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Der Pathologe (Helmut Köpping) hat eine Überraschung für die Ermittlerin Sandra Mohr (Miriam Stein).
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Chefermittler Sascha Bergmann (Hary Prinz, 2. v. re.) und seine SpuSi-Kollegin Eva Merz (Eva Herzig) informieren sich bei den örtlichen Kollegen Karl Fasching (Norman Hacker, 3. v. li.), Leo Leitner (Peter Windhofer, 2. v. li.) und dem Sohn des Verstorbenen Peter Hödlgruber (Christoph Luser, Mitte).
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Peter Hödlgruber (Christoph Luser) und Hermine Leitner (Beatrix Brunschko) haben ein Geheimnis.
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Originaltitel
Steirerwut
Produktionsland
A
Produktionsdatum
2020
Fernsehfilm, Kriminalfilm

Jeder könnte der Mörder sein

Von Wilfried Geldner

Ein Bauer hat sich in diesem "Landkrimi" von 2020 in seinem Schuppen erhängt. Die steirischen LKA-Ermittler Sascha Bergmann (Hary Prinz) und Sandra Mohr (Miriam Stein) sollen den Selbstmord bestätigen. Ein Leichtes, denkt sich Bergmann, aber Sandra Mohr schöpft Verdacht, dass es Mord gewesen sein könnte.

Lotte, eine Alpaka-Züchterin (Brigitte Hobmeier), erschrickt nicht schlecht, als sie auf dem Nebenhof den reichen Bauern Johann Hödlgruber erhängt entdeckt. Was soll das anderes als ein Selbstmord sein, denkt sich der Grazer LKA-Inspektor Sascha Bergmann (Hary Prinz) und sieht einem gemütlichen Ermittlungswochenende entgegen. Zumal ihn die Spurensicherin Eva Merz (Eva Herzig) zu einem entspannten Aufenthalt im Wellness-Hotel begleitet. Doch Bergmanns Kollegin Sandra Mohr (Miriam Stein) glaubt nach ersten polizeilichen Ermittlungen eher an ein Gewaltverbrechen und reist hinterher.

In "Steirerwut", dem vierten Steirerkrimi aus der erfolgreichen "Landkrimi"-Reihe von ORF und ARD, entwickelt sich eine rundum gelungene Kriminalkomödie, die ihren Reiz aus den deftigen Klischees eines Heimatkrimis und den ironischen Dialogen der steirischen Ermittler bezieht. Das Erste wiederholt den Film aus dem Jahr 2020 am Mittwoch zur Primtime.

Samarovskis rücksichtslose Wut und Herzlichkeit

Es kommen ja viele infrage, wie das bei einem Dorfkrimi so ist, die schuld sein könnten am Tod des betagteren Hödlgruber-Bauern (Helmut Berger): Er wollte einfach seinen Acker nicht hergeben für den Golfplatz, den der örtliche Hotelier bauen will – die Zusage des Bürgermeisters hat der schon in der Tasche.

Mit dem Nachbarbauern lag Hödlgruber seit Langem im Dauerstreit, Grenzsteine wurden ausgegraben und verschoben. Sein schlimmster Feind aber ist bis weit über den Tod hinaus sein Bruder Ernst geblieben. Ein Wüterich, der dem brüderlichen "Erbschleicher" nicht verzeihen will, dass er ihn einst ums Erbe brachte. Er selbst musste sich mit dem mütterlichen Pflichtteil ("a Ochdl") begnügen.

Der unverwüstliche Burgschauspieler Branko Samarovski (inzwischen 85) macht aus diesem Zukurzgekommenen eine Bravournummer aus rücksichtsloser Wut und verletzter Herzlichkeit. Immerhin wird er beim Verhörversuch von der Inspektorin Sandra angeschossen. Aber auch er hat zu seiner Verteidigung die Flinte angelegt. Beide sehen sich daraufhin im Krankenhaus wieder. Ernst, der zuvor noch auf der Bahre gegen die Staatsmacht gewütet hat, bittet Sandra um Verzeihung – allerdings erst, nachdem sie ihn zu einem ordentlichen verbalen Reuebekenntnis gezwungen hat.

Gekonnter Wechsel zwischen Lust- und Mordspiel

Sie habe immer gedacht, nur die Liebe gehe über den Tod hinaus, wird am Ende die Polizistin sagen, die im Übrigen per Laptop vom Bett aus weiterermittelt. Aber es sei wohl die Wut, die noch dauerhafter sei. Wie gut ist es jedoch, dass es in der Steiermark Wirtschaften gibt, in denen sich gut über den "Selbstgebrannten" als österreichisches UNESCO-Kulturerbe sinnieren lässt, während im Hintergrund ein Zehnjähriger auf der Quetsche spielt. Gut ist die Wirtschaft aber auch, weil die Nachbarschaftsgeschichten wie nix auf die offenen Ohren der Grazer LKAler treffen.

Der Regisseur Wolfgang Murnberger ("Der Knochenmann", "Komm, süßer Tod"), der zusammen mit seiner Frau Maria Murnberger auch das Drehbuch schrieb, wechselt gekonnt zwischen Lust- und Mordspiel die Szenerie. Die Folklore bleibt außen vor, Liebesbeziehungen werden ganz nebenbei in allen möglichen Varianten durchgespielt. Die "Freundschaft plus" zwischen Bergmann und seiner Spusi-Kollegin Eva erweist sich dabei als so komisch wie dauerhaft. Im Wellness-Hotel gibt's gar eine Schrittbedeckung für die Sauna.

Zwei weitere Filme sind bereits abgedreht

Schade, dass das eifersüchtige Geplänkel um Liebe und Job zwischen Sascha Bergmann und Sandra Mohr mit der darauffolgenden fünften Folge zu Ende ging, denn Miriam Stein verließ die Reihe. Die Begründung klang so stereotyp wie oft bei dieser Gelegenheit: "Das Schönste an meinem Beruf ist die Abwechslung", sagte die Schauspielerin, "auf die hab' ich wieder Lust gehabt. Wobei der Idealzustand wäre, neue Rollen mit diesem Team".

An ihre Stelle trat Anna Unterberger als Kommissarin Anni Sulmtaler. Sie war bisher in sieben Steirerkrimis zu sehen, zuletzt Anfang Februar in "Steirermord". 6,2 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer schalteten in der ARD ein. Wann der nächste neue Fall, "Steirerwahn", ausgestrahlt wird, steht noch nicht fest.

"Steirerwut" – Mi. 02.04. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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