Svanetien: Von Lebenden und Toten
05.09.2025 • 06:00 - 06:40 Uhr
Natur + Reisen, Land + Leute
Lesermeinung
Die Familie Jajvani hat den Tisch für die Seelen gedeckt.
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Zum Festessen für die Seelen muss Zebo Jajvani etwas Vegetarisches kochen.
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Im unwegsamen Svanetien ist Winter wie Sommer der Ochsenschlitten das verlässlichste Transportmittel.
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Die Männer bitten den Erzengel Michael um die Segnung ihrer Opfergaben, Schnaps und Brot.
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Originaltitel
Svanetien - Von Lebenden und Toten
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2017
Altersfreigabe
12+
Natur + Reisen, Land + Leute

Svanetien: Von Lebenden und Toten

Jeder Winter bringt meterhohen Schnee in das entlegene Svanetien an der georgisch-russischen Grenze. In der entbehrungsreichen Zeit mit ihren langen, dunklen Nächten werfen die Svanetier einen intensiven Blick in das Totenreich. Denn die Svanetier sind davon überzeugt, dass ihre Ahnen nach dem Tod nicht etwa verschwinden, sondern weiter neben ihnen existieren. Während der Sowjetzeit war die Ausübung jeglicher Religion zwar strikt verboten - doch die alten Rituale, die mit dem christlich-orthodoxen Glauben verwoben sind, wurden heimlich am Leben gehalten. Lewan Jajvani hat sein Heimatdorf nur ein einziges Mal, zum Studium, verlassen, und ist direkt danach zurückgekehrt: "Wir sind überzeugt von der Gegenwart unserer Vorfahren. Deswegen müssen wir hier auf diesem Stück Erde bleiben, wir können sie nicht allein lassen", erklärt er. Den Ahnen wird viel Macht zugesprochen; sie können das Schicksal der Lebenden beeinflussen und müssen deswegen mit strikt einzuhaltenden Ritualen aus vorchristlicher Zeit wohlgesonnen gestimmt werden. Beim "Lipanali"-Fest werden die Seelen der Toten in die Häuser der Familien geladen und mit feinsten Speisen und frisch gebranntem Schnaps für mehrere Tage bewirtet. Zum Lichterfest "Lamproba" am Ende des Winters wird bei Fackellicht erneut geschmaust, diesmal aber direkt dort, wo die Toten sind: auf dem Friedhof. Die Reportage ermöglicht faszinierende Einblicke in die Lebensrealität eines Volkes, das sich seine sehr eigene Kultur durch die Sowjetzeit bewahren konnte und nach wie vor eng verbunden mit den Traditionen lebt.

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