Der dritte Teil der Actionreihe reicht leider nicht an die beiden Vorgänger nicht heran. Eine Doku im Anschluss liefert private Einblicke in das Leben von Sylvester Stallone – seine Helden, sein Liebesleben und seine Leidenschaft, die Malerei, sind unter anderem Thema.

Natürlich knallt es. Seltener als man angenommen hätte. Und auch nicht ganz so spektakulär wie in den beiden Vorgängerfilmen. Aber ... es knallt. Womit die wesentlichste Erwartung an "The Expendables 3" (2014) erfüllt wäre. Und doch muss der dritte Teil der losen Actionreihe mit 80er-Jahre-Starbesetzung als der schwächste gelten. Was eine ganze Reihe von Gründen hat. VOX wiederholt den Actioner zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr und schließt die zweistündige Dokumentation "Die Sylvester Stallone Story" (22.35 Uhr) an. Nach dem Actionabenteuer gibt es einen Helden ganz privat.

Barney Ross (Sylvester Stallone) und sein Söldnerteam bekommen einen neuen Auftrag: Es geht darum, einen weltweit gesuchten Waffenhändler zu finden und zu verhaften – lebend! Darüber hinaus war jener Conrad Stonebanks ehemals selbst ein "Expendable". Eigentlich, so glaubt Ross, habe er vor zehn Jahren schon Stonebanks getötet, nachdem der zur anderen Seite des Gesetzes übergelaufen war. Hat aber wohl doch nicht geklappt. Stonebanks treibt höchst lebendig sein Unwesen. Gespielt wird er auf geradezu lustvoll schurkige Weise vom außergewöhnlich fitten Mel Gibson, der mit Genuss das Schwein gibt.

Was hier etwas zu kurz kommt, ist diese besondere Form der Selbstironie, die gerade den Vorgänger aus dem Jahr 2012 noch so sehenswert machte. Originelle Momente – wenn Arnold Schwarzenegger beispielsweise sein eigenes "I'll be back karikiert" – gibt es nur wenige in der Neuauflage des Seniorenkrachers, der sich diesmal leider mehr auf Namen und Schauwerte verlässt, in Sachen Charme und Witz aber viel Raum nach oben hat. Geblutet wird übrigens in der Regel gar nicht oder dezent aus dem Mund, bei VOX wird der Film sogar auf "ab 12" getrimmt, um ihn um 20.15 Uhr zeigen zu können.

"Die Ehe mit Brigitte Nielsen war die Hölle"

Jason Statham, Arnold Schwarzenegger, Wesley Snipes, Jet Li, Dolph Lundgren: Mastermind, Autor und Hauptdarsteller Sylvester Stallone rief,. und alle alten Action-Heroes kamen. Die Dokumentation im Anschluss nimmt sich vor, nicht den Action-Star, sondern auch die Privatperson Sylvester Stallone zu zeigen. Dabei lässt der inzwischen 74-Jährige sein bisheriges Leben Revue passieren und verdeutlicht, warum es ihm so wichtig ist, junge Talente zu fördern.

Natürlich kann eine solche Doku nicht funktionieren, ohne seine wohl größte Rolle zu thematisieren – die des Underdogs "Rocky". "Das Image von Rocky ist unglaublich, wie dieser Zufall passiert ist und welche Wirkung er hat", so Stallone. Es war nicht nur sein Durchbruch, nein, die Geschichte des Boxers ist laut eigener Aussage auch seine eigene. Rückschläge pflastern seinen Weg, aber Sly ließ sich nie unterkriegen. Seit er zwölf Jahre alt ist, verarbeitet er sie in der Malerei.

In der Doku führt er erstmals durch eine seiner Ausstellungen – und spricht über die Geschichten hinter den Bildern. Über seine Helden und Dämonen, aber auch über sein Liebesleben. "Die Ehe mit Brigitte Nielsen war die Hölle", gibt Stallone unumwunden zu. "Meine wahre Liebe habe ich erst mit meiner jetzigen Frau erfahren, und mein Gott, was habe ich sie schlecht behandelt." Rocky, Rambo und Ross – so ikonisch sie sein mögen – bleiben unter dem Strich eben doch nur harte Rollen des Hollywoodstars mit italienischen Wurzeln.

The Expendables 3 – Do. 24.09. – VOX: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH