Trinkerkinder - Der lange Schatten alkoholkranker Eltern
Info, Gesellschaft + Soziales • 16.09.2020 • 20:15 - 21:05
Lesermeinung
Zoé mit Püppchen.
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Originaltitel
Trinkerkinder
Produktionsland
CH
Produktionsdatum
2019
Info, Gesellschaft + Soziales

Trinkerkinder - Der lange Schatten alkoholkranker Eltern

Was bedeutet es für ein Kind, mit alkoholkranken Eltern aufzuwachsen? Und wie stehen die Chancen, dem Teufelskreis von Sucht und Abhängigkeit zu entkommen? Ausgehend von der persönlichen Geschichte der Autorin Ursula Brunner geht die Dokumentation der Frage nach, was für Auswirkungen eine Kindheit im Schatten des Alkohols auf das Leben der Betroffenen und die nachfolgende Generation hat. Kinder von alkoholkranken Elternteilen kämpfen seit frühster Kindheit für Normalität innerhalb ihrer Familie. Sie kümmern sich um die abhängige Mutter oder den abhängigen Vater und versuchen, sie vom Trinken abzuhalten. Immer sitzt ihnen die Angst im Nacken, jemand könnte es merken und sie ins Heim stecken. Sie haben Schuldgefühle oder werden aggressiv, machen Probleme in der Schule oder werden selbst suchtkrank - auch das ist ein einziger und oft missverstandener Hilfeschrei in einem gesellschaftlichen Umfeld, geprägt von Hilflosigkeit, Wegschauen und Schweigen.

Die Dokumentation "Trinkerkinder - Der lange Schatten alkoholkranker Eltern" befasst sich mit mit dem Schicksal der schwächsten Betroffenen der Volkskrankheit Alkoholismus. Sie stellt die zwölfjährige Nina vor, die nach dem Tod ihres alkoholkranken Vaters versucht, in der Praxis des Therapeuten Georg Kling wieder Boden unter den Füßen zu bekommen. Außerdem zeigt der Film den Leidensweg der 58-jährigen Monika, die sich heute von den Folgen einer Kindheit voller Gewalt und Entbehrungen befreit hat. Und er begleitet die 17-jährige Magda-Lena, die nach einem Irrweg von Heim zu Heim fern von ihrer alkoholkranken Mutter ihre Chance am Schopf packen muss. Der Film von Ursula Brunner thematisiert die Kollateralschäden des legalen Genussmittelkonsums und konfrontiert die Zuschauer mit einer aktuellen helvetischen Problematik, deren Opfer immer noch stigmatisiert werden. Gleichzeitig zeigt der Film aus der Sicht der Betroffenen Wege aus der Familienkrankheit Alkoholismus auf. Wie stehen die Chancen für Betroffene, der Spirale der Sucht zu entkommen, wenn sie bereits in der Kindheit folgenschweren Traumata physischer und psychischer Natur ausgesetzt wurden?

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