UdSSR - Das Rote Imperium
03.02.2026 • 20:15 - 21:05 Uhr
Info, Zeitgeschichte
Lesermeinung
UdSSR - Das Rote Imperium (1/3)
Vergrößern
UdSSR - Das Rote Imperium (1/3)
Vergrößern
UdSSR - Das Rote Imperium (2/3)
Vergrößern
UdSSR - Das Rote Imperium (2/3)
Vergrößern
UdSSR - Das Rote Imperium (2/3)
Vergrößern
Originaltitel
Das Rote Imperium
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
Altersfreigabe
6+
Info, Zeitgeschichte

In drei Teilen durch die Geschichte der Sowjetunion

Von Hans Czerny

Der Dreiteiler über die Sowjetunion von ihrer Gründung 1922 bis zu Gorbatschows Rücktritt und der folgenden Auflösung im Dezember 1991 kommt angesichts des Angriffs auf die Ukraine sicher zur rechten Zeit.

Alles begann mit dem "Unionsvertrag der Sozialistischen Sowjetrepubliken", unterzeichnet von Russland, Weißrussland, der Ukraine und der Transkaukasischen Föderation am 30. Dezember 1922. Der Vertrag beinhaltete einen Gegenentwurf zum vorausgegangenen Zarenreich und sicherte den beteiligten Ländern den jederzeitigen Austritt zu. Doch sehr bald zeigte sich die Dominanz Moskaus und der dortigen Regierung, bis heute regiert im Kreml eine zentrale Gewalt, Terror verbreitete sich immer wieder im Riesenreich mit seiner Bevölkerung von 240 Millionen. Der ARTE-Dreiteiler "UdSSR – Das rote Imperium" versucht die ganze Geschichte von der Gründung bis zur Auflösung mithilfe von Archivaufnahmen und Historikern zu erzählen.

Dass die Autoren Jürgen Ast ("Stalin – Leben und Sterben eines Diktators") und Martin Hübner (MDR) vor allem den Menschentyp des Homo sovieticus in Umkehrung einstiger Ideale als Grund für das Scheitern einer Utopie und das immer wieder vorherrschende Unrecht der Machthaber in Verantwortung ziehen, erscheint allenfalls unter dem Aspekt heutiger Parallelen angebracht. Die einzelnen Teile (à 60 Minuten) schauen da glücklicherweise etwas genauer hin.

Spätestens als Stalin Lenin ablöst und 1928 die Abschaffung der Privatwirtschaft befiehlt, sind die Ideale der Oktoberrevolution dahin. Das Wachstumstempo der Industrialisierung überfordert die Agrarbevölkerung, die Fünfjahrespläne der Partei werden nicht erfüllt, Schuldige müssen her, es kommt zu Haftstrafen und Todesurteilen gegen sogenannte "Saboteure". 60.000 Landwirte werden erschossen, 150.000 gefangen genommen oder deportiert. In der Zeit des "großen Terrors" 1937 und 1938 werden Angehörige der Eliten als Schuldige für die Wirtschaftsflaute ausgemacht und liquidiert. Selbst "Helden der Arbeit", die ihr Soll tausend prozentig erfüllten, werden als Saboteure in den Gulag gesteckt oder ermordet.

Nach dem "großen vaterländischen Krieg" (Teil zwei) wurde die Sowjetunion zur weltpolitischen Größe, Chruschtschow degradierte den gottgleichen Stalin als Verbrecher, die erste sowjetische Atombombe wurde 1949 gezündet, doch wirtschaftliche Erfolge bleiben zunächst aus. Sein Nachfolger Leonid Breschnew ließ den Prager Frühling mit Panzern niederwalzen – als Signal für alle, die gegen die Sowjetunion aufbegehrten. Michail Gorbatschow wollte ab 1985 schließlich für Glasnost und Perestroika (Transparenz und Umgestaltung) sorgen, für weniger Zensur, Meinungs- und Pressefreiheit.

Wie sehr sich das alles wieder ins Gegenteil verwandelt hat, zeigen die polnischen Filmemacher Konrad Szołajski und Małgorzata Prociak schließlich im Film "Hybrider Angriff – Wie Putin Europas Osten destabilisiert". Sie zeigen osteuropäische Länder, die inzwischen Einsatzgebiet von Putins Geheimdiensten, Propagandisten und Einflussagenten sind.

UdSSR – Das Rote Imperium (1/3) – Di. 03.02. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Mathias Liebing mit verschränkten Armen.
HALLO!

Mathias Liebing: „Der Fußball gehört im Osten wieder zur regionalen Kultur“

Mathias Liebing hat nach seiner Biografie über Norbert Nachtweih nun das Buch „Plattgemacht“ über die Entwicklung des Fußballs in Ost-Deutschland nach der Wende geschrieben. Im Gespräch mit prisma gibt er interessante Einblicke in die ostdeutsche Fußballseele.
Eine Grafik zum Weltgesundheitstag.
Gesundheit

Die Gesundheit im Blick

Der Weltgesundheitstag wird jährlich am 7. April gefeiert und erinnert an die Gründung der WHO 1948. Das diesjährige Thema lautet: "Gemeinsam für die Gesundheit. An der Seite der Wissenschaft". Deutschland begeht diesen Tag seit 1954 mit angepassten Schwerpunkten.
Dr. med. Ramtin Knuschke in einem weißen Kittel.
Gesundheit

Bluthochdruck: Was hilft, wenn Tabletten nicht mehr reichen?

Bluthochdruck bleibt oft trotz Medikamenten ein Problem. Die Nierennervenablation kann neuen Halt bieten, indem sie gezielt Nervenfasern in der Nierenarterie verödet.
Alexander Scheer vor einem roten Hintergrund.
HALLO!

Alexander Scheer: "Bowie hatte 35 verschiedene Leben"

Lola-Gewinner Alexander Scheer („Gundermann“, „Sonnenallee“) feiert als David Bowie im Stück „Heroes“ seit März 2025 große Erfolge in Berlin. Nun geht der Schauspieler und Sänger mit der Show, die am Berliner Ensemble regelmäßig ausverkauft ist, auf Tour. Im Interview spricht er über Bowies Musik und dessen Liebe zur Literatur.
Professor Dr. Sven Ostermeier ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Chirotherapie. Der Schulter- und Knieexperte arbeitet als leitender Orthopäde der Gelenk Klinik Gundelfingen. Außerdem ist er Instruktor der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie.
Gesundheit

Knie-Arthrose: Nur keinen Schongang einlegen

Knie-Arthrose muss nicht das Ende der Beweglichkeit bedeuten. Mit gezielten Übungen kann der Knorpel gestärkt und Schmerzen gelindert werden. Entdecken Sie einfache Bewegungsformen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Getty Images
Reise

Mit KI zum perfekten Urlaub 

Künstliche Intelligenz (KI) kann die Reiseplanung vereinfachen. Viele Fluggesellschaften und Anbieter setzen bereits auf sie. Auch KI-basierte Apps erweisen sich als hilfreiche Assistenten.