Estland ist der kleinste der drei baltischen Staaten. Rund die Hälfte des Landes ist bewaldet. Nahe der russischen Grenze liegt Alutaguse, das größte zusammenhängende Waldgebiet im Baltikum. Der dortige Nationalpark ist Lebensraum für Elche, Wölfe, Bären sowie zahlreiche seltene und gefährdete Tierarten. Die Dokumentation begleitet den Flughörnchen-Forscher Uudo Timm in die Taiga und trifft Triin Asi und Bert Rähni, die in ihrem "Bärenwald" arbeiten. Im Soomaa-Nationalpark fertigt Aivar Ruukel als einer der letzten Einbaum-Bootsbauer Kanus aus einem einzigen Espenstamm. Dieses Handwerk wird hier seit Jahrhunderten gepflegt - ein estnisches Kulturgut, das seit 2021 auf der Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes steht. Etwa eine Fährstunde von der Küste entfernt liegt die Insel Kihnu. In vier Dörfern leben um die 700 Menschen, doch die Insel lockt jährlich etwa zwölfmal so viele Touristen an. Die meisten wollen eine einzigartige Kultur erleben, die oft als Europas letzte matriarchalische Gesellschaft bezeichnet wird. "Die Frauen auf Kihnu haben eine sehr wichtige Rolle: Sie sind die Bewahrerinnen der kulturellen Traditionen", sagt die Lehrerin und Bäuerin Külli Laos. In Lettland liegt das Naturreservat Pape. Dort wechseln sich Feuchtwiesen mit Waldflächen, Küstenlagunen, Mooren, Sandstränden und Wanderdünen ab. Jedes Jahr ziehen Millionen von Zugvögeln durch diese Landschaft. Auch viele Wölfe, Luchse, Otter, Biber und Elche suchen die Ruhe dieser Gegend. Das ist nicht selbstverständlich: Der Zerfall der Sowjetunion löste einen Rückgang der Landwirtschaft aus und die Fläche drohte, überwuchert zu werden.
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