Uralt und Blut-jung
07.06.2018 • 20:15 - 21:00 Uhr
Report, Wissenschaft
Lesermeinung
Auf der Barnes Maze wird das Gedächtnis von verjüngten Mäusen getestet.
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Irene Obera, 84 läuft 16,8 Sekunden auf 100 m.
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Irene Obera, 84, hält mehrere Sprintrekorde in ihrer Altersklasse.
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Hilda Jaffee, 95: In erster Linie sind gute Gene  für ein langes Leben verantwortlich.
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Steve Horvath, Forscher an der Universität von Los Angeles, hat eine Uhr erfunden, die das biologische Alter misst.
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Produktionsdatum
2018
Report, Wissenschaft

Die Hoffnung liegt im jungen Blut

Von Andreas Schöttl

Haben Forscher nun etwa den Jungbrunnen gefunden? Im Film von Ingolf Baur sind erstaunliche neue Erkenntnisse der kalifornischen Stanford-University zu sehen.

Von der Möglichkeit der Unsterblichkeit wollen sie nicht sprechen. Dennoch gehen Forscher der kalifornischen Stanford-University davon aus, den Weg zu einer wundersamen Verjüngung gefunden zu haben. Bei Mäusen jedenfalls scheint die Wirkung eines Art Jungbrunnens bereits zu fruchten. Das Geheimnis liegt im Blut. Wie in der Wissenschaftsdokumentation von Ingolf Baur bei 3sat zu sehen ist, haben die Experten der Universität die Blutkreisläufe alter und junger Mäuse verbunden. Die Auswirkungen sind erstaunlich.

Unter anderem die Muskeln der altersschwachen Tiere wurden wieder straffer. Vor allem aber veränderten sich die Gehirne. In den Lern- und Gedächtniszentren verdreifachte sich die Neubildung von Neuronen, die synaptische Verschaltung wurde wieder dynamisch, in Gedächtnis- und Orientierungstests waren die Alten wieder so fit wie die Jungen. Mittlerweile gelingt es auch, denselben Effekt mit einer Transfusion von menschlichem Blutplasma zu erzielen.

Obwohl die Wissenschaftler sich noch sehr vorsichtig ausdrücken, scheint die Chance, dass der Mensch in Zukunft deutlich länger und gesünder leben kann, durchaus wahrscheinlich. So zeigt sich bereits in einer ersten Studie an Menschen, dass sich eine beginnende Alzheimer-Erkrankung mit der Gabe jungen Bluts deutlich abmildern lässt.

Wie gewohnt diskutiert Gert Scobel im Anschluss an die Wissenschaftsdoku am Donnerstagabend bei 3sat über ein verwandtes Thema. Der Titel seiner Talksendung diesmal: "Abschaffung des Todes". Geladen ist unter anderem der Philosoph Sebastian Knell. Er ist der Ansicht, dass das Projekt der Lebensverlängerung die Gesellschaft vor große Herausforderungen stellen werde. Das Problem: 2050 werden in Europa 70 Millionen Menschen über 80 Jahre alt sein. Knell meint deshalb, dass neue Ideen für das "vierte" Lebensalter zwischen Arbeit und hohem Alter entwickelt werden müssten.

Im Rahmen des 3sat-Themenschwerpunkts "Projekt Unsterblichkeit" folgt am Freitag, 8. Juni, 20.15 Uhr, erneut die Dokumentation "Sterben verboten?". In dieser geht es unter anderem darum, ob die moderne Hightech-Medizin durch falsche finanzielle Anreize einen "guten" Tod verhindere. Dr. Sylvia Klauser, Ethikreferentin der Cellitinnen-Krankenhäuser in Köln, kritisiert beispielsweise: "Wir haben als Gesellschaft vergessen, dass Sterben zum Leben dazugehört."


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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