Walfang unterm Hakenkreuz
07.04.2020 • 00:00 - 00:45 Uhr
Info, Geschichte
Lesermeinung
Der Historiker Ole Sparenberg hat den Walfang im 20. Jahrhundert erforscht und meint: Nichts hat den Walen mehr geschadet, als die Erfindung der Margarine.
Vergrößern
Hans-Günter Trappe war selbst auf einem Walfang-Schiff unterwegs und erinnert sich an die harte und oft verstörende Arbeit an Bord
Vergrößern
Die australische Historikerin Charlotte Colding-Smith hat erforscht in Bremerhaven, warum das Naziregime den Walfang unterstützt hat.
Vergrößern
Kurt Rehder ging in den 1950er Jahren auf Walfang.
Vergrößern
Originaltitel
Geschichte im Ersten
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Info, Geschichte

Das blutige Schlachten in der Antarktis

Von Hans Czerny

Zwischen 1936 und 1939 töteten deutsche Walfänger in der Antarktis mehr als 30.000 Blau- und Finnwale. Fett war Mangelware in Deutschland und so begann eine blutige Schlachterei. Die ARD-Dokumentation "Walfang unterm Hakenkreuz" von Frido Essen beleuchtet dieses unbekannte Kapitel der Geschichte.

Deutsche Walfänger töteten zwischen 1936 und 1939 in der Antarktis mehr als 30.000 Wale. Dem nationalsozialistischen Regime ging es in dieser Zeit darum, die sogenannte "Fettlücke" zu schließen. Denn Fett war damals in Deutschland Mangelware – die heimische Landwirtschaft konnte die Bevölkerung nicht mehr ernähren und Walfett musste von norwegischen und britischen Flotten übernommen werden. Diese Abhängigkeit vom Ausland sollte durch einen Vierjahresplan zur eigenen Rohstoffversorgung beseitigt werden – Margarine, aber auch Waschmittel wurden von den Firmen Henkel und Walter Rau aus dem Walfisch hergestellt. Alleine 1935 wurden für den Walfang in der Antarktis sieben Flotten mit 50 Fangschiffen gebaut. Es begann ein blutiges Schlachten – die Blau- und Finnwale verarbeitete man noch auf den Schiffen.

"Der Gestank ist mörderisch zwischen den Bergen von Innereien, die die Matrosen mit Schneeschiebern über die Kante schippen", so beschrieb ein Walfänger damals seine Erlebnisse. Erst mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs hörte das Schlachten vorübergehend auf, die totale Ausrottung war so gestoppt. Doch in den Fünfzigern ging die Jagd mit der Harpune weiter, wie die Radio-Bremen-Doku von Frido Essen zeigt. Nachdem den Deutschen der Walfang nach dem Krieg verboten war, heuerten sie zu hunderten unter anderem auf der "Olympic Challenger" des griechischen Reeders Aristoteles Onassis an.

Der Historiker Ole Sparenberg hat den Walfang im 20. Jahrhundert erforscht und behauptet nun im Film: "Nichts hat den Walen mehr geschadet, als die Erfindung der Margarine."

Walfang unterm Hakenkreuz – Mo. 06.04. – ARD: 00.00 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Alexander Scheer vor einem roten Hintergrund.
HALLO!

Alexander Scheer: "Bowie hatte 35 verschiedene Leben"

Lola-Gewinner Alexander Scheer („Gundermann“, „Sonnenallee“) feiert als David Bowie im Stück „Heroes“ seit März 2025 große Erfolge in Berlin. Nun geht der Schauspieler und Sänger mit der Show, die am Berliner Ensemble regelmäßig ausverkauft ist, auf Tour. Im Interview spricht er über Bowies Musik und dessen Liebe zur Literatur.
Professor Dr. Sven Ostermeier ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Chirotherapie. Der Schulter- und Knieexperte arbeitet als leitender Orthopäde der Gelenk Klinik Gundelfingen. Außerdem ist er Instruktor der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie.
Gesundheit

Knie-Arthrose: Nur keinen Schongang einlegen

Knie-Arthrose muss nicht das Ende der Beweglichkeit bedeuten. Mit gezielten Übungen kann der Knorpel gestärkt und Schmerzen gelindert werden. Entdecken Sie einfache Bewegungsformen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Getty Images
Reise

Mit KI zum perfekten Urlaub 

Künstliche Intelligenz (KI) kann die Reiseplanung vereinfachen. Viele Fluggesellschaften und Anbieter setzen bereits auf sie. Auch KI-basierte Apps erweisen sich als hilfreiche Assistenten.
Dr. Thomas Schneider im Porträt.
Gesundheit

Schmerzhafter Ballenzeh: OP nötig oder geht’s auch ohne?

Zu enge Schuhe können auf Dauer einen schmerzhaften Ballenzeh, den Hallux valgus, verursachen. Nicht immer muss operiert werden. In welchen Fällen konservative Behandlungen ausreichen, welche OP-Methoden besonders schonend sind und wie man vorbeugen kann – diese Fragen hat prisma dem leitenden Orthopäden und Fußchirurgen der Gelenk-Klinik Gundelfingen, Dr. Thomas Schneider, gestellt.
Dr. Melanie Ahaus ist niedergelassene Kinder- und Jugendärztin in Leipzig und Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Sachsen.
Gesundheit

Deshalb ist passendes Schuhwerk für Kinderfüße so wichtig

Kinderfüße wachsen in Schüben, was oft zu zu kleinen Schuhen führt. Worauf Eltern bei Kinderschuhen achten sollten, um gesunde Füße zu fördern, erklärt ein Arzt.
Eine Grafik zum Down-Syndrom.
Gesundheit

Gemeinsam gegen Einsamkeit

Der Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März steht unter dem Motto "Gemeinsam gegen Einsamkeit". Das Deutsche Down-Syndrom Infocenter ehrt Engagement und informiert über Trisomie 21.