Landflucht? Ab in die Stadt? Viele junge Menschen entscheiden sich inzwischen wieder fürs Landleben. Dabei nehmen sie einiges in Kauf: weite Pendelstrecken zur Arbeit, wenig Infrastruktur. Sie packen selbst mit an, versuchen, ihr Dorf noch lebenswerter zu machen. Elisa (31) engagiert sich in Vereinen, ist glücklich mit Familie und Dorfleben. Fabian (27) organisiert das Projekt "Landleben auf Probe". Elisa lebt in dem 771-Seelen-Dorf Quarnebeck in Sachsen-Anhalt. Sie fährt knapp eine Stunde nach Wolfsburg, wo sie als Lehrerin arbeitet. Die 31-Jährige hat probiert, außerhalb ihres Heimatdorfes zu leben, doch nach sieben Jahren in der Stadt zog es sie wieder zurück in den Ort in der Altmark. Sie ist kein Stadtmensch und verbrachte schon während des Studiums jedes Wochenende im Heimatdorf, um die Gemeinschaft zu genießen. "Hier kann jeder Mensch sein, wie er ist", sagt Elisa. Mit ihrem Partner Stefan hat sie neu gebaut, ihre Tochter Charlotte ist drei Jahre alt, und bald erwartet Elisa ihr zweites Kind. Auch ihr Bruder ist vor Kurzem wieder zurück ins Dorf gezogen. In ihrer Freizeit engagiert sie sich in vielen Vereinen, was für sie Bedürfnis und manchmal auch Stressfaktor ist. Fabian möchte im Dorf Nordhalben im Landkreis Kronach in Oberfranken bleiben. Schon als Jugendlicher hat er einen Verein mitgegründet, um das Dorf aufzuwerten. Dass es in Bayern der Landkreis mit dem größten Bevölkerungsrückgang ist, merkt auch der gelernte Maschinenbau-Elektriker. In der Gastwirtschaft seiner Eltern hilft er regelmäßig aus und weiß daher, was die Leute dort beschäftigt. Doch statt wie viele andere junge Leute wegzuziehen, lässt er sich immer wieder etwas Neues einfallen, um das Dorf weiter zu beleben. In der Straße seiner Eltern hat er ein Haus gekauft, das er in Eigenleistung saniert, um mit seiner Freundin dort einzuziehen. Elisa und Fabian stehen für eine junge Generation im ländlichen Raum, die mit Zuversicht und Optimismus ihr Leben gestaltet und von den Möglichkeiten des Landlebens überzeugt ist.
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