Zwei am Zug
17.05.2026 • 20:15 - 21:45 Uhr
Spielfilm, Romantikkomödie
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Originaltitel
Zwei am Zug
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Spielfilm, Romantikkomödie

Liebe für Fortgeschrittene

Von Susanne Bald

Klingt vorhersehbar, ist es aber nicht: Ein in seine beste Freundin verliebter Mann und eine verheiratete Frau treffen sich im "Herzkino"-Film im Zug und verabreden sich fortan regelmäßig zum Austausch von Beziehungstipps, rein freundschaftlich. Nur: Können Männer und Frauen Freunde sein?

Läuft ein Film auf dem "Herzkino"-Sendeplatz, schrillen bei Kitsch-Allergikern die Alarmglocken. Doch dass es anders geht als in den Pilcher- und Lindström-Reihen, hat der Sender in jüngster Zeit schon häufiger bewiesen. In "Liebesbrief an Jenny" etwa, einem Romantikdrama mit Anspruch und doch mit Leichtigkeit. Genau in diese Kerbe schlägt nun auch "Zwei am Zug" am Sonntagabend im ZDF und vorab in der Mediathek.

Die Hoffnung auf entspannte Zugfahrten hat man hierzulande ja schon lange aufgegeben. Die Abfahrts- und Ankunftszeiten: ein grober Richtwert, ob der im Voraus gebuchte Platz am Ende wirklich existiert: ein Glücksspiel. Sitzt man endlich, darf man sich vom Aroma hartgekochter Eier oder sich ihrer Schuhe entledigender Mitreisender benebeln oder aber von fremden Telefonaten zudröhnen lassen.

Ganz so schlimm ergeht es Sandra (Katharina Wackernagel) und Otis (Rick Okon) dann zum Glück doch nicht, als ihr Zug mitten in der Pampa stehenbleibt. Die Mittvierzigerin informiert ihren Mann Christian (Aurel Manthei) telefonisch über ihre Verzögerung, der jüngere Otis seine beste Freundin Bill (Jane Chirwa) ebenfalls. Otis findet, Sandra sei zu entschuldigend gewesen, sie wiederum, er habe sich in seinem Telefonat unterwürfig verhalten.

Was sich neckt, das liebt sich schon bald, könnte man nun angesichts des "Herzkino"-Titels vermuten. Doch so einfach ist das diesmal nicht. Sandra und Otis stellen fest, dass sie gar nicht so falsch liegen, und verabreden sich fortan zu Hause in Hamburg zu regelmäßigen, heimlichen "Personal Trainings", einer Art Beziehungsberatung. Dabei berichten sie einander aus ihren Leben, von ihren Wünschen und Träumen. Dass Sandra statt Christians Kneipe lieber ein Kino eröffnet hätte etwa. Und dass Otis Tierschützerin Bill bei ihren Aktionen unterstützt, obwohl das gar nicht sein Ding ist.

"Liebe ist beknackt"

"Zwei am Zug" ist erfrischend anderes "Herzkino". Ernsthafter, anspruchsvoller, ja komplizierter und damit lebensnäher und irgendwie erwachsener. Und dabei ziemlich charmant, mit gut platzierten Witzen, die sitzen. Das alles liegt nicht alleine am Drehbuch von Sathyan Ramesh und der Regie von Constanze Knoche, sondern natürlich auch an der sympathischen, überzeugenden Besetzung.

Besonders in Sandra und Christian dürften sich viele Zuschauerinnen und Zuschauer wiedererkennen. Ein Paar, das geheiratet, eine Tochter bekommen, sich eine Existenz aufgebaut hat und nun, mit um die 50, erkennt, dass die ursprünglichen Träume und die Liebe vor lauter Alltag irgendwann verloren gegangen sind. Katharina Wackernagel spielt das Dilemma dieser Erkenntnis mitreißend, Aurel Manthei verkörpert geradezu rührend, wie Christian aus allen Wolken fällt, weil er nicht gemerkt hat, dass seine Frau unglücklich ist – und wie er sich ernsthaft bemüht, das zu ändern.

"Ich hasse es, dass Christian dich traurig macht", sagt Otis an einer Stelle zu Sandra. "Und ich hasse es, dass Bill dich nicht erkennt", erwidert sie. Und wieder fragt man sich: Wird es ihnen gelingen, dem jeweils anderen zu seinem Liebesglück zu verhelfen? Oder finden sie dieses am Ende ineinander?

"Liebe ist beknackt", heißt es an einer Stelle im Film. Aber was wären das Leben – und das ZDF-"Herzkino" – ohne sie?

"Zwei am Zug" – So. 17.05. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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