Marianne Grünwald hat sich eine neue Existenz als Wirtin einer Kneipe aufgebaut, da gerät ihr Leben aus den Fugen: Die Beziehung mit ihrem Lebensgefährten geht in die Brüche - und ihre siebenjährige Tochter Anna wird ermordet aufgefunden! Der Täter ist schnell gefasst. Kurz nach Prozessbeginn geht Marianne in den Verhandlungssaal und feuert sieben Schüsse auf den Mörder ihres Kindes ab ...

Naxh der wahren Geschichte der Marianne Bachmeier, die im März 1981 in Lübeck den mutmaßichen Mörder ihrer Tochter im Landgericht erschoss und damit eine landesweite Diskussion zum Thema Selbstjustiz auslöste, inszenierte der als Schauspieler und Drehbuchautor bekannte Burckhard Driest seine einzige Regiearbeit. Driest, der zeitgleich mit Hark Bohm ("Der Fall Bachmeier - Keine Zeit für Tränen") an der Verfilmung der Ereignisse arbeitete, setzte sein Werk nach dem "Stern"-Tatsachenroman von Heiko Gebhardt in Szene. Während Bohm seine Verfilmung als Deutungsversuch des sehr komplexen realen Geschehens anlegte, ist Driest lediglich an der klischeehaft-spekulativen wie oberflächlichen Darstellung der Ereignisse interessiert. Auch schauspielerisch ist Bohms Werk eindeutig das bessere.

Foto: RBB/Degeto