Es ist das Jahr 1924. In Danzig wird Oskar Matzerath geboren. Ein Kind wie jedes andere, könnte man meinen. Doch Oskar entpuppt sich als frühreifer Knabe, der sich mit Argusaugen in der Erwachsenenwelt umsieht, zu viel Abstoßendes entdeckt - und ganz bewußt mit seinem dritten Lebensjahr aufhört zu wachsen. Sein einziger Begleiter über die Jahre ist eine weiß-rote Blechtrommel. Sie verschafft ihm den Ruf des kleinen Jungen mit dem Spielzeug, der hin und wieder mit seiner messerscharfen Stimme Glas zerspringen lässt und leicht boshafte Züge zeigt ...

Das Meisterwerk von Volker Schlöndorff kam 2003 wieder ins Gerede. Eine Liebesszene mit dem seinerzeit zwölfjährigen David Bennent, Sohn von Heinz, sorgte für Wellen der Entrüstung, allerdings nur in den USA. Sie ist - so die amerikanische Zensur - im Film zu pornographisch dargestellt. Die Folge: In den Staaten wird "Die Blechtrommel", die mit dem Oscar für den besten nichtenglischsprachigen Film ausgezeichnet wurde, nur arg geschnitten gezeigt, einige ungeschnittete Videoexemplare wurden sogar beschlagnahmt. Alles Mumpitz! Das deutsche Publikum bekommt - natürlich - die ganze Version zu sehen. Die Verfilmung des Günter-Grass-Bestsellers gilt weit über unsere Grenzen hinaus als Klassiker.