Die Kommissare Docker und Dretzke haben einen super-öden Job bei der Rauschgiftfahndung. Nach für Nacht sollen sie eine Wohnung in der Kölner Innenstadt observieren, wo natürlich nie etwas passiert. Im Überwachungswagen ist es eng, aber in Köln ist die nächste Kneipe nicht weit. Docker verliebt sich dort in die Bardame Wanda. Um ihr zu imponieren, gibt mit seinem Job an. Doch - potztausend! - Wanda kennt die Leute, die da überwacht werden sollen. Docker und Dretzke kommen in Teufels Küche. Und zudem machen ihnen zwei arrogante Typen vom Düsseldorfer LKA die Hölle heiß...

Regisseur Ralf Huettner, Anfang der Neunzigerjahre als Hoffnung für den deutschen Film gehandelt ("Der Papagei", 1992), gelang mit diesem kleinen Krimi endlich wieder ein guter Film. Zwischenzeitlich verärgerte Huettner die Kritiker mit blödsinnigen Vehikeln für deutsche Comedy-Stars wie Helge Schneider ("Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem", 1993) oder Tom Gerhardt ("Voll normaaal", 1994). Auch sein Telefonsex-Thriller "Der kalte Finger" (1996) überzeugte nur ansatzweise. "Die Musterknaben" hingegen besticht durch seine lebensnahen Figuren, die keine "Derrick"-Supermänner sind, sondern sympathische Durchschnittstypen. Schön eingefangen ist auch die Rivalität der Rhein-Metropolen Köln und Düsseldorf. Der ursprünglich fürs Fernsehen gedrehte Film lief auch in unseren Kinos, ging dort aber unverdientermaßen im permanenten Hollywood-Getöse unter. Huettner lieferte später mit "Die Musterknaben II" und "Die Musterknaben - 1000 und eine Nacht" übrigens auch die gelungenen Fortsetzungen.