August 1914: Der junge Leutnant Adrien wird von einer deutschen Granate schwer im Gesicht verletzt. Zutiefst verängstigt und der Sprache beraubt, findet er sich in einem Krankenzimmer für Offiziere im Militärkrankenhaus Val de Grâce in Paris wieder. Dort verbringt er Kriegszeit, in einem Raum, in dem es keine Spiegel gibt. Hier wird er gesund gepflegt, stets begleitet von der angstvollen Ahnung, dass sein Gesicht schwer entstellt sein muss. Allein in den schockierten Blicken der Besucher, Krankenschwestern und Ärzte spiegelt sich eine Vermutung dessen wieder, was er befürchtet ...

Der französische Regisseur François Dupeyron ("Die Maschine") drehte diese ungewöhnliche Geschichte eines Mannes, der ins Leben zurückfinden muss, in stimmungsvollen und ruhigen Bildern, für die Kameramann Tetsuo Nagata ("La vie en rose", "Blueberry und der Fluch der Dämonen") mit dem César ausgezeichnet wurde. Das Drehbuch verfasste Dupeyron zusammen mit Marc Dugain, der die gleichnamige Romanvorlage lieferte. Ein Jahr später drehte der Regisseur dann das vielfach preisgekrönte Drama "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran". Und mit seinem überzeugend aufspielenden Hauptdarsteller Eric Caravaca ("Sein Bruder", "Die Sache mit dem Sex & der Liebe") verwirklichte der Regisseur 2003 das Gesellschaftsdrama "Inguelezi - Sprachlos nach England".

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