Thomas erfährt vom Selbstmord seines Bruders Richard, mit dem er seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. Vom Bruder bleiben nichts als schmerzliche Erinnerungen, eine Reisetasche mit dem kargen Nachlass und das Haus seiner Kindheit zurück. Um das Haus zu verkaufen, quartiert sich Thomas als einziger Gast in einem Hotel ein. Jeanne, die Besitzerin, ihr Patensohn Lucas, der bei ihr aufwächst, und ihr Onkel Joseph, sie alle kannten Richard gut. Thomas beschließt, ihnen nichts vom Tod und seiner eigenen Identität zu verraten ...

Der französische Charakterdarsteller Eric Caravaca, der hierzulande mit Filmen wie "Die Offizierskammer", "Sein Bruder", "Im Schatten der Wälder" oder "Der Oberst und ich" bekannt wurde, legte mit "Hotel Marysol" 2003 sein Regiedebüt vor, das er nach dem Buch "La Route de Midland" von Arnaud Cathrine inszenierte. Feinfühlig in Szene gesetzt, schlüpfte Caravana hier auch in die Hauptrolle des Thomas, der sich in Erinnerungen und Erzählungen seinem toten Bruder annähert. Stark: der junge Vincent Rottiers ("Der Feind in den eigenen Reihen - Intimate Enemies"), der für die Rolle des introvertierten Lucas für den César als bester männlicher Nachwuchsdarsteller nominiert war.

Foto: arte F/Jeannick Gravelines