Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Alle für alle: Der Ehrentag für das Miteinander und Zusammenhalt

18.05.2026, 02.00 Uhr
Der Ehrentag, der in diesem Jahr erstmals stattfindet, möchte das gesellschaftliche Miteinander feiern und den Zusammenhalt stärken.

Am Samstag, 23. Mai, findet erstmals deutschlandweit der Ehrentag statt – pünktlich zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lädt unter dem Motto „Für dich. Für uns. Für alle.“ dazu ein, sich zu engagieren. Der Ehrentag ist eine gemeinsame Initiative des Bundespräsidenten und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, zudem sind viele weitere Organisationen als Partner beteiligt. Der Tag soll daran erinnern, dass Demokratie vom Mitmachen lebt. Je mehr Menschen aktiv werden und vielfältige Ideen für Aktionen vor Ort einbringen – zum Beispiel eine Müllsammelaktion, ein inklusives Fest oder ein Kunstprojekt –, desto abwechslungsreicher wird es. Unter www.ehrentag.de kann man eine eigene Aktion anmelden oder herausfinden, welche Aktivitäten in der eigenen Region geplant sind. Der Aktionszeitraum zum Ehrentag hat bereits begonnen und geht noch bis zum 31. Mai. Bei den Aktionen muss es nicht unbedingt darum gehen, dass ein bestimmtes Ziel erreicht wird, sondern Menschen sollen sich begegnen, zusammen Spaß haben und Gemeinschaftsgefühl erleben.

Neben dem Engagement für einzelne Aktionen sind viele Menschen auch dauerhaft ehrenamtlich aktiv. Beim Sozialverband VdK beispielsweise engagieren sich rund 60­ 000 der 2,3 Millionen Mitglieder ehrenamtlich, etwa in der Verbandsarbeit vor Ort oder bei der Unterstützung von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen. Die Zahl der „Fußball-Ehrenamtler“ beträgt laut DFB sogar 1,7 Millionen. Ohne sie würde vieles auf und neben dem Platz  nicht funktionieren. Schon diese Beispiele zeigen: Unser aller Leben würde schwieriger oder jedenfalls weniger schön und bunt, wenn sich nicht Menschen ehrenamtlich für andere einsetzen würden – zum Beispiel in Vereinen, im Brauchtum, bei der freiwilligen Feuerwehr, in Verbänden, Kirchen oder in der Lokalpolitik. Die Ehrenamtler tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft funktioniert und zusammenhält. Jeder ist eingeladen, mitzumachen – egal ob am Ehrentag oder an jedem anderen Tag.

„Ich engagiere mich in verschiedenen Funktionen im VdK – und mache das aus voller Überzeugung. Besonders wichtig ist mir der Kontakt zu den Menschen: zuhören, unterstützen und für die Anliegen unserer Mitglieder da sein. Oft hilft schon ein gutes Gespräch.“

Heidi Schneider ist im VdK ehrenamtlich tätig ist. Die 68-Jährige ist Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Sien (Rheinland-Pfalz) mit 314 Mitgliedern, Kreisverbandsvorsitzende des VdK Kreisverband Birkenfeld, Landesfrauenvertreterin des VdK Rheinland-Pfalz und Mitglied der VdK Bundesfrauenkommission.

„Es geht um gelebte Mitmenschlichkeit“

Verena Bentele ist Präsidentin des Sozialverbands VdK. Mit prisma hat sie über den Ehrentag und die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements gesprochen.

Warum ist ehrenamtliches Engagement aus Ihrer Sicht wichtig?

Verena Bentele: Ehrenamtliches Engagement ist der „Kleber“ unserer Gesellschaft. Es schafft Verbindungen, wo staatliche Strukturen allein nicht ausreichen. Ohne Engagierte wären viele Stimmen ungehört und lebensnotwendige Bedürfnisse manchmal unbeachtet. Im Kern geht es beim Ehrenamt um gelebte Mitmenschlichkeit.

Aktuell läuft im VdK die Aktion „Alles geht zusammen“. Worum geht es dabei?

Mit dieser bundesweiten Kampagne würdigt der VdK seine über 60 000 ehrenamtlich tätigen Mitglieder und setzt zugleich ein deutliches Zeichen für die Bedeutung freiwilligen Engagements. Ziel ist es, Sichtbarkeit zu schaffen und mehr Menschen zu motivieren. 

Was plant der VdK für den Ehrentag am 23. Mai?

Der Ehrentag, vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zum Geburtstag des Grundgesetzes ins Leben gerufen, ist ein starkes Signal ins Land und ein Aufruf zum Mitmachen. Auch wir nutzen diesen Tag, um klarzumachen: Jeder Tag ist Ehrentag, der 23. Mai wie die anderen 364 Tage. Der Ehrentag kann für viele Menschen ein Startpunkt für ihr Engagement sein und sie dazu bringen, sich mit dem Gestalten von Gesellschaft zu beschäftigen.

Wie kann es gelingen, mehr Menschen für ein Ehrenamt zu begeistern?

Das gelingt, indem wir zeigen, wie bereichernd Engagement ist – keine Pflicht, sondern Chance. Darüber hinaus brauchen wir politisch mehr Unterstützung, beispielsweise eine Ehrenamtskarte in allen Bundesländern und die Verankerung des Ehrenamts als Staatsziel im Grundgesetz.

Was würden Sie sich für die Zukunft von den VdK-Mitgliedern und von der Gesellschaft im Allgemeinen wünschen?

Von unseren VdK-Mitgliedern erhoffe ich mir weiterhin mutiges Engagement für soziale Gerechtigkeit und eine starke Stimme für diejenigen, die Unterstützung benötigen. Und von uns als Gesellschaft erwarte ich mehr Solidarität: eine Politik, die Inklusion ernst nimmt, und eine Kultur, in der Vielfalt als Stärke, nicht als Hindernis wahrgenommen wird.