Deutschland bietet Wanderfreunden und Abenteurern viele toller Hängebrücken. Im ganzen Bundesgebiet – mit einer österreichischen Ausnahme – sorgen sie für Nervenkitzel, schöne Aussichten und echtes Abenteuergefühl.
Fun Fact: Die mit 721 Metern längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt ist die Sky Bridge 721 in Tschechien.
Diese Brücke sorgt für Bauchkribbeln: Die 2015 eröffnete Geierlay-Hängeseilbrücke wurde nach dem Vorbild traditioneller nepalesischer Hängeseilbrücken gebaut – schlicht, seilbasiert und mit viel Schwinggefühl. Das verleiht ihr einen authentischen Abenteuercharakter, der sie von vielen modernen, steiferen Brücken unterscheidet. Mit nur 85 cm Breite und 100 Metern Höhe fühlt sich der Gang über die Brücke für viele wie eine kleine Mutprobe an. Mit einer Länge von 360 Metern war sie bis 2017 die längste Hängeseilbrücke Deutschlands. Man spürt das leichte Schwingen der Seile – genau das macht den besonderen Reiz aus. Sie ist besonders für schwindelfreie Abenteurer und Wanderer geeignet. Ein weiterer Pluspunkt ist ihre Lage: Die Geierlay befindet sich im Hunsrück in Rheinland-Pfalz, nahe der Mosel.
Die Titan RT im Harz bei Elbingerode in Sachsen-Anhalt ist parallel zur Staumauer der Rappbodetalsperre gebaut und eine der spektakulärsten und längsten Fußgänger-Hängebrücken Deutschlands. Sie hat die längste freischwebende Strecke aller Hängeseilbrücken ihrer Bauart. Bei der Eröffnung war sie die längste Fußgänger-Hängeseilbrücke der Welt – inzwischen gibt es längere – etwa in Tschechien oder in Willingen), aber der 458,5-Meter-freie Abschnitt bleibt extrem beeindruckend. Im Vergleich: Die Geierlay ist „nur“ 360 Meter lang. Mit 120 cm Breite und 130 cm hohem Geländer plus seitlichen Edelstahlnetzen fühlt sie sich sicherer und weniger beengend an als die sehr schmale Geierlay. Der Gitterrost-Boden ist durchsichtig – man schaut direkt in die Tiefe: purer Nervenkitzel.
Im Vergleich zur Geierlay oder der Titan RT ist die Wildline auf dem Sommerberg in Bad Wildbad im Nordschwarzwald (Baden-Württemberg) durch ihre ungewöhnliche aufsteigende Bogenform und das „Überraschungsmoment“ in der Mitte etwas ganz Besonderes. Sie ist keine reine Rekordbrücke, sondern besticht durch ihre spezielle Architektur.
Der Skywalk in Willingen im Upland in Nordhessen an der Sauerland-Grenze, direkt neben der berühmten Mühlenkopfschanze, der größten Großschanze der Welt, ist mit 665 Metern die längste Fußgängerhängebrücke Deutschlands. Der Weg dauert länger als bei anderen Brücken, viele Besucher beschreiben das Gefühl, „endlos“ über dem Abgrund zu schweben.
Im Naturgebiet Hohe Schrecke, bei Heldrungen/An der Schmücke in Thüringen, befindet sich die Hängebrücke „Hohe Schrecke“, die bewusst schlicht und naturnah gehalten ist. Die 2019 eröffnete Brücke ist einfach aus Stahl und Holz gebaut. Sie bricht zwar keine Rekorde, fügt sich aber harmonisch in die wilde Landschaft ein. Für Romantiker.
Die Blackforestline Brücke überspannt das Tal hoch über dem Todtnauer Wasserfall – einem der höchsten natürlichen Wasserfälle Deutschlands. Von der Brücke aus hat man einen grandiosen Blick auf das fallende Wasser und den umliegenden Schwarzwald – einzigartig. Mit 120 Metern Höhe und durchsichtigem Boden spürt man die Tiefe besonders intensiv.
Die Holzgauer Hängebrücke liegt nahe der deutsch-österreichischen Grenze und ist ideal für alle, die von Bayern aus einen kurzen Abstecher ins benachbarte Tirol machen möchten. Bereits von Weitem sichtbar, beeindruckt sie durch ihre wildromantische Lage in der tief eingeschnittenen Höhenbachschlucht mit ihrem wilden Bach und den steilen Felswänden. Besucher können vor allem den Ausblick auf das Panorama der Lechtaler Alpen genießen. Für Wanderfreunde: Die Holzgauer Hängebrücke liegt direkt am Lechweg und ist Teil mehrerer schöner Rundwanderwege, etwa über Gföll oder Schiggen. In der Nähe befindet sich außerdem der bekannte Simms-Wasserfall. Fun Fact: Nachts ist die Brücke beleuchtet und von Holzgau aus sichtbar – ein unvergesslicher Anblick.