Neue VOX-Sendung

"Altes Haus sucht Mitbewohner": Wie groß ist die Kluft zwischen den Generationen?

von Hans Czerny

Viele ältere Menschen leben alleine und fühlen sich einsam. Viele Studenten sind verzweifelt auf der Suche nach einer Wohnung. Warum nicht zwei Probleme mit einer Klappe schlagen, denkt man sich beim TV-Experiment "Altes Haus sucht Mitbewohner".

VOX
Altes Haus sucht Mitbewohner
Realityserie • 01.09.2020 • 20:15 Uhr

"Wir sind die Neuen", hieß es vor ein paar Jahren noch lapidar in Ralf Westhoffs Kinokomödie gleichen Titels. Ein paar Senioren belebten in einer Altbauwohnung ihr Studentenleben von früher neu und machten die Nacht zum Tage. Dass die im selben Haus lebende Studenten-WG von heute mit den neuen Gepflogenheiten so gar nicht einverstanden war, verdross die Alten. Bis sie dann doch einander halfen und irgendwie zusammenfanden. – Das Kino hat es da leicht – im echten Alltag gestaltet sich so etwas ungleich schwieriger, wie denn auch die neue Factual-Reihe "Altes Haus sucht Mitbewohner" bei VOX (sechs Folgen, dienstags, um 20.15 Uhr) ohne Zweifel zeigt. Reichen fünf Tage Probewohnen nach dem harten Zehn-Minuten-Speeddating aus, um genug von einander zu erfahren?

Nicht selten geht es denn hier auch um eine Eins-zu-eins-Konstellation und weniger um die Frage, wer hier wohl die wahren Alten sind. Passt das – oder passt das nicht? Das ist die Frage, wenn etwa Witwer Ingo aus Norderstedt, immerhin bereits 84 Lenze zählend, nach Mitbewohnern sucht. Allzu einsam fühlt sich Ingo nach dem Tod der Frau vor 17 Jahren in seinem Haus. Das Schicksal will es, dass er beim Speeddating auf eine um junge Frau stößt, die er zum Probewohnen ins Haus lässt. Dass die neue Bewohnerin jede Menge Ideen einbringen würde, damit hatte Rentner Ingo nicht gerechnet. Fünf Tage lang probieren es Jung und Alt nach dem Dating miteinander.

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Erst vor kurzem bekam VOX zusammen mit RedSeven Entertainment den Deutschen Fernsehpreis 2020 für die Australien-Adaption "Wir sind klein und ihr seid alt". Damals ging's um Kita-Kids, jetzt sind die Studenten dran. Wie groß ist die Kluft zwischen den Generationen? Profitieren auch hier die Altersklassen voneinander? Jeder entdeckt die Welt des anderen, gemeinsam stecken sie knallhart den Rahmen ab für das künftige Zusammenleben. Bleibt die Frage: Wird die WG am Ende auch bestehen bleiben? Haben die Modelle vielleicht sogar Vorbildcharakter?

Da heißt es Daumen halten – wenn etwa der wortgewandte Hippie und Straßenmusiker das Kölner Pensionistenehepaar Renate und Richard, er Ex-Kommissar, sie einst Lehrerin, beide um die 80, durcheinanderwirbelt und Richard alte Rollenbilder über Bord werfen darf. In Berlin-Wilmersdorf wiederum stellt die mit viel Ironie gesegnete sportliche Maskenbildnerin Nicci, bald 70, die Generationenordnung auf den Kopf und bringt die ausgewählte Mitbewohnerin auf Vordermann. Stellt sich die Frage, wie gehabt: Wer ist hier alt – und wer ist jung?


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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