In der ARD-Reihe "Die Inselärztin" spielt Armin Rohde den notorisch meckernden Horst, der seinen Sohn und dessen Freundin in den Urlaub begleitet. Mit prisma sprach er über seine Rolle und die Dreharbeiten, die Insel Mauritius und seine Karriere.

Herr Rohde, in der Reihe "Die Inselärztin" sind Sie in der Folge "Das Rätsel" dabei. Sie spielen Horst, den meckernden und grantelnden Vater des längst erwachsenen Sohnes Martin, der eigentlich einen tollen Urlaub mit seiner Freundin Nathalie verbringen möchte. Horst hat unter der harten Schale aber einen guten und liebevollen Kern. Was hat Sie an der Rolle gereizt?

Armin Rohde: Da war zum einen die Herausforderung, nicht irgendwelchen Klischees zu verfallen. Mir hat gefallen, dass Horst erstmal alles schlecht findet. Das fand ich witzig. Die Hintergründe werden erst später klar. Die andere Herausforderung war, jemanden zu spielen, der eigentlich nur mit sich selbst beschäftigt ist. Im entscheidenden Moment kann er dann aber doch über seinen Schatten springen und für andere da sein.

Was hat bei den Dreharbeiten den meisten Spaß gemacht?

Rohde: Die Insel Mauritius selbst. Ich war noch nie dort und hatte sie auch nie als Ziel auf dem Zettel. Auf Mauritius gibt es tolle Natur und wunderbare Menschen. Dort leben vier Religionen in friedlicher Eintracht nebeneinander. Einer unserer Fahrer ist zum Beispiel Muslim und es war Ramadan. Von seinem Essen beim Fastenbrechen nach Sonnenuntergang hat er auch seinem Nachbarn etwas abgegeben, der Hindu ist. Es ist ein tolles Zusammenleben dort, auch von unterschiedlichen Ethnien. Es herrscht kein großer Reichtum aber auch keine Not, man hat das Gefühl, alle kommen gut klar. Es war schön, das zu erleben. Außerdem ist die Landschaft sehr eindrucksvoll, es gibt tolle Düfte, und das Essen schmeckt super. Ich finde, man hat ein Land erst richtig erlebt, wenn man weiß, wie es schmeckt.

Es gibt eine Szene, in der Horst per Zip-Line seinem Sohn folgen muss. Konnten Sie die Seilrutsche genießen oder haben Sie Probleme mit Höhe?

Rohde: Die Zip-Line war ein Alptraum. Erst haben wir es auf einer Übungsstrecke ausprobiert, die war nur ungefähr drei Meter hoch. Die richtige Strecke besteht dann aus einem Drahtseil unter dem es 150 Meter in die Tiefe geht. Bei vielen Dingen ist es so, dass man sich daran gewöhnt, wenn man es ein paar Mal gemacht hat. Bei der Seilrutsche war das Gegenteil der Fall: Je öfter ich es machen musste, desto schlimmer war es für mich. Zum Glück konnte ein netter Kameraassistent mich zwischendurch doublen. Mir wird schon schwindelig, wenn ich auf einen Stuhl steige. Die Zip-Line ist wackelig, hoch, und man muss mit der eigenen Hand abbremsen. Ich bin froh, dass ich es überstanden habe.

Sie haben schon in den verschiedensten Produktionen mitgespielt – von Krimis und Dramen bis zu Komödien und Kinderfilmen. Was liegt Ihnen am meisten?

Rohde: Ich habe das alles gerne gemacht. Am meisten liegt mir ein gutes Drehbuch mit einer tollen Rolle. Tragikomödien finde ich sehr spannend, wenn ich eine ambivalente Rolle spielen kann. Ich mag Rollen mit mehreren Schichten, mit denen ich etwas über das Menschsein erzählen kann.

An was arbeiten Sie momentan, wann und wo werden wir Sie das nächste Mal auf der Leinwand sehen?

Rohde: Wir haben gerade in Berlin "Der letzte Bulle" abgedreht, mit Lars Becker als Regisseur und Autor. Jetzt habe ich erst mal Pause. Da möchte ich etwas Sport machen, mich in Form bringen. Ich möchte mich neu erfinden, fit werden und auch Gewicht abbauen. Momentan bin ich auch mit dem Fotografieren heftig unterwegs. Es ist viel zu tun, das Leben ist so kurz. Ich verstehe immer nicht, wie Leute sich langweilen können. Später in diesem Jahr geht es dann mit spannenden Projekten weiter.

Welche Rolle würde Sie als nächstes reizen oder in welchem Format würden Sie gerne mitspielen?

Rohde: Da habe ich keine speziellen Wünsche. Ich weiß bei einer Rolle immer erst, dass sie gut ist, wenn ich das Drehbuch in der Hand habe. Die Ideen haben andere Leute für mich, das finde ich spannend. Ich mag es, wenn andere sich etwas für mich ausdenken. Vieles, was ich gemacht habe, hätte ich mir nie wünschen können. Ich habe immer noch tolle Angebote, das ist nicht selbstverständlich, wenn man schon so lange dabei ist. Da klopfe ich direkt auf Holz. Am liebsten möchte ich die Schauspielerei betreiben, bis ich umfalle. Jeder Moment ist ein Geschenk.

Was schauen Sie selbst gerne im Fernsehen oder im Kino an?

Rohde: Ich sehe gerne Dokumentationen und politische Sendungen im Fernsehen. Und zunehmend finde ich auch deutsche Produktionen toll. Da gibt es viele unglaublich gute, spannende, junge Leute. Es wächst eine tolle Generation von Schauspielern heran. Ich bleibe immer wieder wegen dieser Schauspieler an einem Film hängen. Toll fand ich zuletzt im Kino „Deutschstunde“ von Christian Schwochow. Ansonsten gehe ich nicht so oft ins Kino, meist, wenn Kollegen mich zu Filmpremieren einladen. Leider hat der Tag ja nur 24 Stunden, in denen so viel unterzubringen ist.