Der zweite Teil der umfangreichen Dokumentation zum umstrittenen Wirken der Treuhand-Gesellschaft nach der Wende beleuchtet ein düsteres Kapitel westdeutschen Engagments im Osten.

30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wird die Arbeit der ehemaligen Treuhand-Gesellschaft, die von Berlin aus den Umbau der ehemaligen DDR-Staatsbetriebe in marktwirtschaftliche Unternehmen orchestrierte, immer kritischer gesehen. Im zweiten Teil der umfangreichen Dokumentation "ZDFzeit: Ausverkauf Ost" kommt eine bislang selten thematisierte westdeutsche Perspektive auf das Reizthema auf die Agenda. Erzählt wird die frustrierende Investorengeschichte des Münchners Christoph Schwarzer.

Er war lange Zeit bei der Treuhand in der Analyse ehemaliger Ostbetriebe beschäftigt. Aufgefallen war ihm dabei das Unternehmen VEB Elastic Mieder, das in Zeulenroda Unterwäsche produzierte. Schwarzer war von den vermeintlichen Zukunftschancen der Firma so angetan, dass er bei der Treuhand kündigte und als Investor einstieg. Unter seiner Führung verdreifachte sich der Umsatz rasch, der Betrieb galt als Vorzeigeunternehmen. Doch dann forderte die Treuhand ein Millionen-Darlehen zurück – und trieb Schwarzer in den Ruin.


Quelle: teleschau – der Mediendienst