"Edle Einfalt, stille Größe": Auf diesen Nenner wurde Johann Joachim Winckelmanns (1717 – 1768) Bekenntnis zur Klassik der Griechen handfest reduziert. Vor allem als Vater der baulichen Klassizistik – von den Bauten Schinkels in Berlin bis zum Capitol in Washington – wurde der Schustersohn aus Stendal berühmt.

Winckelmann entdeckte in der Zeit des ausladenden Barock als Bibliothekar in Rom die Kunst der alten Griechen und Römer wieder und empfahl sie samt deren demokratischer Lebensweise zur Nachahmung. In eleganten Essays feierte er aber auch die griechische Plastik, wobei er sich offen zu seinen homoerotischen Neigungen bekannte.

Vor 250 Jahren, am 08. Juni 1768, wurde Winckelmann nach einer abgebrochenen Deutschlandreise in Triest Opfer eines schrecklichen Raubmords. ARTE erinnert aus diesem Anlass in einer üppigen Mischung aus Reenactment und Expertisen an den Begründer der modernen Kunstwissenschaft und dessen epochale Leistung. Autor Christian Feyerabend erzählt auch das dramatische Ende der Forscherlegende: Der Koch und Zimmernachbar Francesco Arcangeli beging den Raubmord an Johann Winckelmann. Er hatte es auf dessen Reisekasse abgesehen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst