Jochen Breyer will kurz vor dem Fußball-WM in Russland herausfinden, in welchen Alltagssituationen sich eine deutsche Identität manifestiert. Gehört etwa das Singen der Nationalhymne mit dazu?

Zuletzt entzündete sich an den deutschen Nationalspielern Mesut Özil und Ilkay Gündogan eine heftige Diskussion. Beide ließen sich gemeinsam mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ablichten. Besonders die Tatsache, dass der in Gelsenkirchen geborene Gündogan auf sein Mitbringsel, ein Trikot seines Vereins Manchester City, auch noch die Widmung schrieb "Für meinen Präsidenten, hochachtungsvoll", erzürnte die Gemüter. Sogar bis in höchste politische Kreise! Die Politiker Wolfgang Bosbach und Cem Özdemir etwa sagten, dass Nationalspieler wissen sollten, dass Frank-Walter Steinmeier ihr Präsident sei.

In dieser aufgeheizten Atmosphäre, in der eine vermeintliche Identität mit Deutschland und Begriffe wie Heimat erregt diskutiert werden, erhält Jochen Breyers erneute Rundreise durch die Republik einen besonderen Reiz. Der Reporter will just am WM-Vorabend herausfinden, was gerade in Alltagssituationen für viele Menschen denn "Deutsch Sein" heißt.

Bereits im Vorfeld der Bundestagswahlen im September vergangenen Jahres machte der sonst im Sport beheimatete Moderator und Journalist Breyer eine vergleichbare Rundreise. Diese stand unter dem durchaus provokanten Hashtag #wasmichandeutschlandstoert. Bürger konnten sich darunter melden, Breyer besuchte einige dieser Menschen.

Nun, im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland, stehen die Anzeichen in Deutschland wieder verstärkt auf Schwarz-Rot-Gold. Fähnchen in diesen Farben werden an Autos wehen, viele Trikots und jede Menge Fan-Schminke sind bereits verkauft. Alles nur Fußball-Folklore? Nicht bei allen, wie Breyer feststellt. Und was die Nationalspieler, die Stars, angeht: Spätestens beim Mitsingen der Nationalhymne zeige sich, wer wirklich für sein Land spiele, so behaupten es einige Fans. Özil übrigens schweigt stets bei "Einigkeit und Recht und Freiheit".


Quelle: teleschau – der Mediendienst