Thrillerkomödie bei 3sat

"Einer nach dem anderen": knochentrocken und brutal

von Theodor Heisenberg

Nach dem Tod seines Sohnes wird ein bis dahin braver Bürger zum brutalen Rächer. Das ist stellenweise richtig komisch, teilweise allerdings auch extrem brutal inszeniert.

3sat
Einer nach dem anderen
Komödie • 14.02.2020 • 22:29 Uhr

Jede Menge Leichen, viel Blut und bitterschwarzer Humor: Hans Petter Molands Thrillerkomödie "Einer nach dem anderen" (2014), die 3sat nun wiederholt, ist nichts für zarte Gemüter. Dabei beginnt in dem norwegischen Film eigentlich alles ganz harmlos: Der schweigsame Nils Dickman (Stellan Skarsgård) ist ein zufriedener Familienvater. Bis er die Nachricht erhält, dass sein Sohn an einer Überdosis Heroin gestorben sein soll. Nils greift zur Waffe, die er zunächst noch gegen sich selbst zu richten gedenkt.

Doch kaum hat er sich den Gewehrlauf in den Mund gesteckt, wird er gestört. Nils' Lebensretter, der beste Freund seines Sohnes, erzählt, dass Drogendealer den Jungen umgebracht haben. Daraufhin beginnt er einen taktlos-komischen Rachefeldzug, der stellenweise jedoch zu brutal ist, um selbst die Lacher der hartgesotteneren Zuschauer noch wirklich auf seiner Seite zu haben. Nach dem Motto "Blut für Blut" entbrennt ein wahnwitziger Bandenkrieg, der die von Kameramann Philip Øgaard gekonnt eingefangenen unschuldig-weiße Schneelandschaft ein ums andere Mal blutrot färbt – "Fargo" von den Coen-Brüdern lässt grüßen.

Mit der Wiederholung erinnert 3sat an den am 16. Februar 2019 verstorbenen Ausnahmeschauspieler Bruno Ganz, der hier als "Papa" und Clanoberhaupt in einer für ihn ganz und gar außergewöhnlichen Rolle zu bestaunen ist.

Einer nach dem anderen – Fr. 14.02. – 3sat: 22.25 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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