Neue Folge im ZDF

"Frühling – Mit Regenschirmen fliegen": die Bauerntochter wird gemobbt

von Hans Czerny

Dorfhelferin Katja Baumann kümmert sich in "Frühling" um ein Mädchen, das es in der Familie und der Schule ziemlich schwer hat. Erster von vier neuen Filmen der ZDF-Reihe.

ZDF
Frühling – Mit Regenschirmen fliegen
Heimatfilm • 31.01.2021 • 20:15 Uhr

Mit gleich vier neuen Filmen feiert die "Herzkino"-Reihe "Frühling" im ZDF ihr zehnjähriges Bestehen – der allererste Film mit Simone Thomalla als Dorfhelferin Katja Baumann wurde im Juni 2011 ausgestrahlt. Auch ein Weihnachtsspecial für den kommenden Dezember ist bereits abgedreht. Offenbar bringt das ZDF der von Natalie Scharf erfundenen und geschriebenen Reihe, die nun bereits 28 Folgen zählt, ebenso viel Vertrauen entgegen wie die jeweils sechs Millionen Zuschauer in der Vergangenheit. Fast schon wehmütig klingt dagegen das Statement der Hauptdarstellerin Simone Thomalla: "Unfassbar, wie schnell all die Jahre mit insgesamt 32 Filmen vergangen sind."

Dass die Dorfhelferin im fiktiven Dorf Frühling zwar auch Traktor fährt und Kühe melken kann, aber sich ihre eigentlichen Meriten doch eher als Sozialarbeiterin und Therapeutin bei allerlei familiären Nöten verdient, täuscht nicht darüber hinweg, dass die Welt in Frühling, wenn schon nicht ganz heil, so doch immerhin eine Idylle ist.

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Am Ende ist alles ganz anders

Mögen die familiären Probleme, nicht zuletzt auch bei Katja und ihren Männern, noch so groß sein – für ein Happyend ist in jeder Folge gesorgt – wir befinden uns auf dem "Herzkino"-Sendeplatz am Sonntag im Zweiten. In dieser Gewissheit gehen die Autorin Natalie Scharf und der Regisseur Thomas Kronthaler die Probleme geradezu mit Bierruhe an. Diesmal trifft es das bäuerliche Ehepaar Sonja und Hubert Stahlgruber (Sophie Rogall, Daniel Gawlowski) besonders hart. Die kleine Tochter Mathilde wird in der Schule gemobbt, selbst der eigene Bruder schämt sich für sie, weil sie nicht so richtig schreiben und rechnen kann. Dafür hat sie Pippi-Langstrumpf-mäßig ganz viele Streiche im Kopf, fängt die Fische im Teich mit dem Waschmittel und springt mit einem roten Schirm vom Balkon, nur um dem Brüderlein zu beweisen, dass Mädchen mutiger als Jungen sind.

Wie gut, dass da Katja, die Dorfhelferin, mit viel Instinkt und Geduld beweisen kann, dass sich in Wirklichkeit doch alles ganz anders verhält. – Das alleine und für sich genommen, wäre schon ein schöner Heimatfilm.

Aber auch die Liebe und die Krankheiten verlangen ja ihr Serienrecht. Da wird's dann leider ganz straight arg sentimental. Aber ein Bonbon allerdings gibt's am Ende noch: "Könntest du nicht auch Silvio heißen?" fragt die Katja, als sie einen Namen für das Kälbchen finden will, dem sie einen selbst gemolkenen Eimer Milch bringt. Silvio – wie Simone Thomallas Lebensgefährte, der Handballtorwart Silvio Heinevetter, den kurz vor Weihnachten Corona in die Quarantäne zwang. Simone war dann ganz allein zu Haus: Manchmal haben auch die schönsten Heimatfilme so gar kein Happyend.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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