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"Stubbe – Tödliche Hilfe": Ein Comeback zum Ehrentag

von Kai-Oliver Derks

Stubbe kehrt zum 75. Geburtstag von Darsteller Wolfgang Stumph aus dem Ruhestand zurück. Im Mittelpunkt des Films "Stubbe – Tödliche Hilfe" steht aber eigentlich seine Tochter.

ZDF
Stubbe – Tödliche Hilfe
Kriminalfilm • 30.01.2021 • 20:15 Uhr

Passt perfekt. Und wurde natürlich auch ein bisschen so hingedeichselt. Am 31. Januar wird Wolfgang Stumph 75 Jahre alt. Am Tag zuvor kehrt der beliebte Volksschauspieler in einer seiner Paraderollen zurück. "Stubbe – Tödliche Hilfe" heißt der Kriminalfilm – das zweite Special der im Januar 2014 mit der 50. Folge offiziell eingestellten Samstagabendreihe. Ende 2018 hatte der Kriminaler in "Tod auf der Insel", gemeint war die kleine Nordseeinsel Wittsund, nicht nur einen kniffligen Fall zu lösen, sondern auch die Beziehung zu seiner Lebensgefährtin Marlene (Heike Trinker) zu retten. Diesmal jedoch tritt Stubbe selbst in den Hintergrund: Der Film rückt seine Tochter Christiane ins Zentrum. Seit Beginn der Reihe, im Oktober 1995, wird sie von Stumphs Tochter Stephanie gespielt, die bei der Ausstrahlung des ersten Films gerade einmal zehn Jahre alt war.

Mit dem 50. "Stubbe"-Film eigene Wege zu gehen, sei eine gemeinsame Entscheidung gewesen, berichtet Wolfgang Stumph. "Aber ebenso übereinstimmend entstand nun auch eine Sehnsucht, ein Stückchen Lebensgeschichte wie auch persönliche Erfahrungen der vergangenen Jahre im 'Stubbe' weiter zu erzählen." Noch einmal in jene Rolle zu schlüpfen, die ihre Karriere als Schauspielerin begründete, sei, ergänzt Stephanie Stumph, "ein bisschen wie nach Hause kommen" gewesen. "Die Figur Christiane ist mir nach wie vor ans Herz gewachsen. Ich bin ja mit ihr erwachsen geworden."

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Christiane Stubbe, so will es das Drehbuch des "Stubbe"-Stammautors Peter Kahane, arbeitet mittlerweile als Journalistin. Sie hat eine achtjährige Tochter, von deren Vater Helge (Wanja Mues hat einen Kurzauftritt) lebt sie jedoch getrennt. Eines Tages erhält sie einen merkwürdigen Anruf von ihrem Dresdner Jugendfreund Malte (Patrick Güldenberg). Er will dubiosen Machenschaften eines lokalen Pflegedienstes auf die Spur gekommen sein und bittet Christiane um ihre Mithilfe. Zur Polizei will er – es ist nicht wirklich klar, warum – nicht gehen. Hätte er besser mal getan, denn bald schon liegt er tot auf den Pflastersteinen vor einem, Dresdner Hochhaus. Freiwillig vom Balkon gesprungen wird er wohl nicht sein. Und es bleibt nicht die einzige Leiche.

Opa Stubbe muss sich anstrengen

Derweil reist Christiane Stubbe nach Dresden, um dort für ihre Zeitung den Hinweisen nachzugehen. Sie arbeitet verdeckt bei dem Pflegedienst APV, an dessen Spitze Boris Krol (Oliver Mommsen) und Birgit Wellbrock (Tessa Mittelstaedt) die Fäden ziehen. Bald schon kommt sie Ungereimtheiten auf die Spur. Offensichtlich werden systematisch Krankenkassen hintergangen, zum Teil sogar unter Mitwirkung der betreuten Patienten.

Neben dem Krimi ist "Tödliche Hilfe" aber vor allem eine Familiengeschichte. Denn: Stubbe muss sich um seine Enkeltochter Caroline, ganz wunderbar gespielt von Greta Kasalo, kümmern. Dass seine eigene Tochter sich derweil in Gefahr begibt, ahnt er nicht. Mit viel Liebe, aber dann doch noch etwas hilflos, buhlt Stubbe um die Zuneigung seines Enkelkindes, das den Opa erst einmal ziemlich öde findet, ehe man dann doch eine gemeinsame Leidenschaft entdeckt.

Pflegenotstand, Versicherungsbetrug, niedrige Löhne – es sind auf den ersten Blick eher spröde, bürokratische Themen, die im Mittelpunkt dieses Sozialkrimis stehen. Doch eine Reihe von großartigen Nebendarstellern wie Christine Schorn verleihen dem Ganzen ein Gesicht. Regisseur Andreas Herzog setzte das Buch mit viel Gefühl und Empathie um, ohne belehrend sein zu wollen. Wie so oft nimmt sich die Reihe also eines aktuellen gesellschaftlichen Themas an. "Wir wollten einerseits die Achtung vor deren Leistung zeigen, aber auch die möglichen Fehler in den Strukturen offenlegen", erklärt Wolfgang Stumph mit Blick auf all jene Menschen, die in Pflegeberufen nicht erst seit Corona an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen.

Gut möglich, dass dieser 52. Film der Reihe nicht der letzte war. Auch das ZDF sollte Interesse an der ein oder anderen Fortsetzung haben. Den letzten Film sahen 6,8 Millionen Zuschauer – ein hoher Wert am Samstagabend. Auch diesmal dürften es kaum weniger werden.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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