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"Für immer Eltern": Wenn die erwachsenen Kinder wieder einziehen

von Hans Czerny

Endlich sind die Kinder aus dem Haus! Doch Anja und Michael haben sich zu früh gefreut, denn eines Tages sind Sohn und Tochter wieder zurück.

ARTE
Für immer Eltern
Komödie • 19.03.2021 • 20:15 Uhr

Endlich keine Kuhglocken, keine Kreissägen mehr, auch keine Blasmusik. Anja und Michael, beide Endvierziger, sind vom Land zurück in die Stadt gezogen. Die erwachsenen Kinder sind aus dem Haus. Anja hat einen tollen Job im Ausland, Niklas macht gerade sein Referendariat. Doch Anja und Michael freuen sich zu früh. Als erster kehrt Niklas ins elterliche Nest zurück und bittet für eine Weile um Aufenthalt, Stella wird später folgen. Peter Probst (Drehbuch) und Florian Schwarz (Regie), beide "Tatort"-erprobt und Grimme-Preisträger, lassen in der Großstadt-Komödie "Für immer Eltern" die Generationen aufeinanderprallen. Dabei sind die Unterschiede gar nicht so groß: Auch in den Erwachsenen schlummern noch die ewigen Kinder.

Ganz so lustig ist es ohnehin nicht in der neuen Wohnung, die noch der Renovierung bedarf. Anja (Anja Schneider) spielt ihrem Michael (Devid Striesow) auf dem Handy dessen Schnarchgeräusche vor – zum Beweis dessen, dass sie dringend ein eigenes Schlafzimmer benötigt. An Sex ist dennoch kein Mangel – die beiden mögen sich. Wenn auch nicht "auf dem Teppich", wie geplant, so doch auf der Tischkante sind sie zugange, als Sohnemann Nik (Max Schimmelpfennig) sie überrascht. Man hat ihn aus seiner WG geworfen – ausgerechnet jetzt, da er sich in den Vorbereitungen für die Referendarprüfung als Mittelschullehrer befindet. Eher notgedrungen willigen die Eltern "für ein paar Tage" Unterschlupf ein.

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Mutter Anja, so stellt sich heraus, macht für ihren Sohn nach wie vor die Glucke, durchaus zum Verdruss von Vater Michael, den Devid Striesow trotz aller Vorwürfe so mürrisch wie liebend und aufgeschlossen spielt. Dass dann auch noch Niks Freundin Alina (Anouk Elias) "nur vorübergehend" einzieht und die Mutter in kritische Gespräche über den Sohn zwingt und ihn gar einen "Looser" nennt, scheint der Friede endgültig dahin.

Nicht nur die tempogeladenen Dialoge, auch die immer wieder drollig eingestreuten Häuserzeilen-Ansichten aus der Vogelperspektive, deuten auf den seriellen Charakter dieser Sippenkomödie hin. Nik wird noch seine Referendarprüfung schmeißen, weil ihm die enge Schulordnung widerstrebt. Selbst die Freundschaft der Mutter mit Karl (Shenja Lacher), einem Mensch aus der Prüfungskommission, hilft da nicht viel. Am Ende zieht sich Nik in die Berge zurück. Hoch drob'n auf der Alm kann er – endlich befreit – sein geliebtes Schlagzeug traktieren.

Ein Open End also. Die sympathische Familienkomödie, die den trefflichen Arbeitstitel "Boomerang Kids" trug, könnte so traurig-komisch weitergehen, wie begonnen. Berufsplanung, Wohnungssuche würden auch künftig allerlei Turbulenzen bieten. Ohnehin liegt hier im unaufgesetzten Humor die Unterhaltsamkeit. Auch durchschnittliche Menschen in engen Räumen können – ganz unter Verzicht auf Glamour – unterhaltsam sein. Besonders, wenn sie dem ganz alltäglichen Wahnsinn ausgesetzt sind, wie hier.

Für immer Eltern – Fr. 19.03. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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