Live-Übertragung

Geisterspiele in der Bundesliga im Free-TV? Politik macht Druck

Noch ist nicht klar, ob die Bundesliga die Saison 2019/20 mit Geisterspielen zu Ende bringen kann. Politiker fordern nun, dass die Spiele im Free-TV zu sehen sein müssten.

Am kommenden Mittwoch, 6. Mai, fällt die Entscheidung zu einem öffentlichen Reizthema: Darf die Fußball-Bundesliga den Spielbetrieb in Corona-Zeiten wieder aufnehmen oder nicht? Die DFL hofft auf grünes Licht für sogenannte Geisterspiele ohne Stadionbesucher von den Ministerpräsidenten sowie von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ungeachtet dessen, dass soeben erst zehn neue Fälle bei Spielern und Betreuern der ersten und zweiten Liga öffentlich wurden.

Allerdings wird beim Gipfeltreffen zwichen Liga- und Politik-Vertretern nicht nur über die Zukunft des Spieletriebs, sondern auch über die zugehörige TV-Berichterstattung entschieden. Aktuell besitzt Pay-TV-Anbieter Sky die Live-Übertragungsrechte an den meisten Partien. Doch könnte Corona dafür sorgen, dass auch Fans ohne Abo die Spiele im Free-TV verfolgen können.

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Nach Informationen von "Bild" tritt der Freistaat Bayern mit Sky – der Pay-TV-Anbieter hat seinen Sitz im Münchner Vorort Unterföhring – in Verhandlungen, unter welchen Bedingungen eine Ausstrahlung im Free-TV für alle Seiten praktikabel wäre. Die Politik hat ein starkes Interesse daran, dass dies möglich wird. Die Befürchtung ist groß, Fans würden sich zum Fußballgucken versammeln und so die Kontaktbeschränkungen unterlaufen, sollten die Begegnungen dem eingeschränkten Kreis der Sky-Abonnenten vorbehalten sein.

Das Fußballfachmagazin "Kicker" hält die Übertragung der Partien auf Sky Sport News HD für das wahrscheinlichste Szenario. Schließlich liefen auf dem frei empfangbaren Sender bereits in den zurückliegenden Jahren diverse Bundesliga-Spiele. Das Heimspiel der Frankfurter Eintracht gegen den FC Bayern München im November 2019 lief beispielsweise parallel auf Sky Sport News HD und im ZDF. Zudem kündigte Sky bereits vor der Absage des 26. Spieltags an, die Geisterspiel-Konferenz würde zweimal für jeden Fan unverschlüsselt übertragen.

Bei vielen Anhängern der Bundesliga fiele das wohl auf fruchtbaren Boden. So ließ die Fan-Interessensgemeinschaft "Unsere Kurve" in einem Statement verlauten: "Der Abschluss eines Pay-TV-Abonnements darf dabei für niemanden zum Zwang werden. Aus diesem Grund fordern wir die Verbände auf, Lösungen für eine freie TV-Ausstrahlung potenzieller Spiele ohne Publikum zu finden."

Voraussetzung dafür wäre aber natürlich, dass überhaupt der Spielbetrieb gestattet wird. Dass es so kommen dürfte, machte NRW-Ministerpräsident Armin Lascht jüngst im ARD-Mittagsmagazin deutlich. Das Sicherheitskonzept der DFL habe "Markus Söder und mich überzeugt, inzwischen auch andere Ministerpräsidenten und die Bundesregierung", erklärte der CDU-Politiker. Laschet möchte vielen Fußball-Fans ermöglichen "ein bisschen Normalität unter strengen Sicherheitsvorkehrungen" zu erleben. Die positiv getesteten Sportler des 1. FC Köln wertet der Landesvater Nordrhein-Westfalens als Beleg dafür, "dass das Sicherheitskonzept funktioniert". Ähnlich hatte zuvor die DFL in einer Stellungnahme argumentiert.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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