MDR-Doku

Kultreporter Heinz-Florian Oertel gab dem DDR-Sport eine Stimme

Heinz-Florian Oertel war in der DDR die Stimme des Sports. In der MDR-Doku "Legenden – ein Abend für Heinz-Florian Oertel" kommen Katarina Witt und etliche weitere Sportgrößen zu Wort.

Für Sportfans, die in der ehemaligen DDR aufwuchsen, ist der Marathonsieg von Waldemar Cierpinski bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau mit folgenden Worten verbunden: "Liebe junge Väter, haben Sie Mut, nennen Sie Ihre Söhne Waldemar!" – und mit seiner Stimme: Heinz-Florian Oertel war über Jahrzehnte die prägende Stimme der DDR-Sportberichterstattung. Ein populärer Mann also, der viel zu erzählen hat. Die MDR-Dokumentation "Legenden – ein Abend für Heinz-Florian Oertel" (Sonntag, 17. Januar, 20.15 Uhr, MDR-Fernsehen und ab sofort in der ARD-Mediathek) widmet sich seinem Leben, welches der heute 93-jährige Kultreporter dem Sport verschrieben hat.

"Ich habe mich nie über die Athleten gestellt, sie nicht als mein Arbeitsmaterial gesehen", beschrieb Oertel einst seine Arbeitseinstellung. "Für mich war der Sport ein dankbares Geschenk." Dies gilt vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass seine Karriere nur über Umwege beim Cottbusser Rundfunkstudio startete. Ursprünglich wollte Oertel, der insgesamt 17-mal von der internationalen Friedensfahrt und ebenso oft von den Olympischen Spielen berichtete, Kapitän bei der Marine werden.

Wäre er auf See gefahren, hätte man ihm heute wohl kaum eine eigene Doku gewidmet, in der Sportgrößen des ehemaligen Ostens wie Katarina Witt, Jürgen Sparwasser, Kristin Otto und Marita Meier-Koch zu Wort kommen. Auch der Held von Moskau, Waldemar Cierpinski, ist im Interview zu hören.

Dabei war Heinz-Florian Oertel nicht nur in der Sportberichterstattung erfolgreich. 254 Mal wurde seine Sendung "Porträt per Telefon" ausgestrahlt, unter anderem waren Theo Adam, Entertainerin Helga Hahnemann und Karl-Eduard von Schnitzler, "Der schwarze Kanal"-Moderator, zu Gast. Insgesamt brachten ihm seine Moderationen 17-mal die Ernennung zum "DDR-Fernsehliebling" ein.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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