Im neuen Netflix-Film "High Flying Bird" legt sich der Spielervermittler eines aufstrebenden Basketballstars mit der NBA an. Seine Idee könnte den Sport für immer verändern.

So hatte sich das hoffnungsvolle Basketballtalent Erick Scott (Melvin Gregg) seinen Start in der NBA nicht vorgestellt: Statt bei seinem neuen Klub durchzustarten und sich mit den besten Korbjägern zu messen, zwingt ihn im neuen Netflix-Film "High Flying Bird" (ab 8. Februar) ein Lockdown in der amerikanischen Eliteliga zur Pause. Der bringt auch seinen Vermittler Ray Burke (gespielt von "Moonlight"-Star André Holland) in Bedrängnis. Ohnehin schon mächtig den Druck seines Bosses spürend, sieht Ray einen letzten Ausweg.

Mit seiner gewagten Idee könnte er die Basketballwelt zum Erbeben bringen, doch für Ray zählt längst nicht mehr der finanzielle Profit. Ihm geht es darum, Grenzen neu zu ziehen und dem Basketball das Bewusstsein um die eigene Vergangenheit zurückzugeben. "Sie wollten die Kontrolle über ein Spiel, das wir besser beherrschten als sie", bringt es der altgediente Trainerfuchs Spencer (Bill Duke) auf den Punkt. Sie – die Bosse der NBA, allesamt weiß, die den Sport nur als Business verstehen. Unterstützt von seiner Assistentin Sam (Zazie Beetz) hat Ray 72 Stunden Zeit, um seinen Plan in die Tat umzusetzen.

In seiner ersten Kooperation mit Streaminggigant Netflix erzählt Regisseur Steven Soderbergh, der 2001 mit "Traffic – Macht des Kartells" den Oscar gewann, ein Sportdrama, dem es um die großen Fragen geht. Nicht das Geschehen auf dem Spielfeld steht in "High Flying Bird" im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Strukturen drumherum. Den 56-Jährigen treibt um, wer in der hcohkapitalisierten Sportwelt Entscheidungskraft besitzt und wo in diesem Geflecht die Spieler ihren Platz finden.

Basketballfans, die mitreißende Actionsequenzen auf dem Court erwarten, sind daher mit dem Film falsch beraten. Soderbergh setzt stattdessen auf klare Bilder, die er wie schon in seinem letzten Film "Unsane – Ausgeliefert" mit seinem iPhone einfing. Dass die eher nüchtern erzählte Story (Drehbuch: Tarell Alvin McCraney) dennoch authentisch wirkt, liegt an den eingeschobenen Interviewsequenzen. NBA-Stars wie Karl-Anthony Towns oder Donovan Mitchell erinnern sich darin an ihre Erfahrungen als Rookie zurück und erheben damit Ericks Geschichte im Film teilweise von der Fiktion in die Wirklichkeit.


Quelle: teleschau – der Mediendienst