"Hubert und Staller" gehen nach sieben gemeinsam absolvierten Staffeln und 116 am ARD-Vorabend aufgeklärten Mordfällen demnächst bekanntlich getrennte Wege. Staller-Darsteller Helmfried von Lüttichau steigt aus, und auch wenn es im kommenden Jahr mit neuer Konstellation weitergehen soll, darf man die Trennung dieses kongenialen Gespanns getrost als herben Verlust für die TV-Unterhaltung bezeichnen.

Wie beliebt die beiden Chaos-Cops bei den Zuschauern sind, zeigte sich am Wochenende: Christian Tramitz und Helmfried von Lüttichau wurden beim österreichischen Filmpreis "Romy 2018" in einer reinen Publikumswahl zu den "Beliebtesten Schauspielern in einer Serie oder Reihe" gekürt.

Die Schrecken des Wolfratshausener Polizeireviers ließen neben "Rosenheim-Cop" Joseph Hannesschläger auch Heino Ferch, Gerhard Liebmann und Andreas Lust hinter sich. Auf der Gala-Bühne in der Wiener Hofburg zeigte sich das Erfolgsduo durchaus überrascht – und einigermaßen unvorbereitet. "Das ist mein erster Preis – ich bin voll aufgeregt", stammelte von Lüttichau, bevor Tramitz auf "Standard" umschaltete: "Mutter, wir haben gewonnen, du kannst weiterschlafen."

Sympathisch und genauso charmant verpeilt, wie man sie aus der Serie kennt, nahmen die beiden Schauspieler ihre Preise entgegen. Der Erfolg kommt indes nicht von ungefähr. Sie ermitteln seit 2011 am Vorabend im Ersten – und das höchst erfolgreich: "Hubert und Staller" finden Woche für Woche neue Leichen an den absurdesten Tatorten und bringen im an und für sich sehr idyllischen Fünfseenland die Übeltäter im Akkord hinter Gitter.

Erst kürzlich haben die oberbayerischen Chaos-Cops mit der unschlagbaren Fangquote die siebte Staffel hinter sich gebracht – diesmal auch mit einem Einschaltquotenrekord. Die 16 neuen Folgen, die seit Oktober immer mittwochs, 18.50 Uhr, ausgestrahlt wurden, stellten mit durchschnittlich 2,63 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 10,1 Prozent alle bisherigen Durchläufe in den Schatten. Die Episode "Überfall postum" erreichte am 24. Januar mit 3,07 Millionen Zuschauern (11,7 Prozent Marktanteil) die höchste je für "Hubert und Staller" gemessene Sehbeteiligung, teilte die ARD zum erfolgreich absolvierten Staffelfinale mit.

Staffel 8 folgt im Januar 2019

Doch wie geht es weiter? Die Serie verliert eine Galionsfigur und einen echten Publikumsliebling und steht vor einem Umbruch, den ein solches Format nur schwerlich verkraften kann. Die ARD verspricht in der aktuellen Mitteilung, dass es "voraussichtlich im Dezember" weitergehen werde. "Hubert und Staller" sollen dann – definitiv noch einmal zu zweit – mit einem 90-Minüter um 20.15 Uhr ins Programm zurückkehren. "Und unmittelbar im Anschluss folgt ab Januar 2019 die achte Staffel zur gewohnten Sendezeit mittwochs, um 18.50 Uhr."

Konkreter wird es derzeit noch nicht: "Mit dem bereits angekündigten Ausscheiden von Helmfried von Lüttichau aus der Serie wird sich dann einiges tun im Wolfratshausener Revier", heißt es lediglich. "Viel Neues und Überraschendes wird zu erzählen sein – was, darüber werden wir rechtzeitig zum Start des Fernsehfilms ausführlich informieren."

Der "Süddeutschen Zeitung" verriet Helmfried von Lüttichau im November 2017: "Ich bin im letzten Jahr 60 geworden, und ich möchte in meinem Leben noch einmal etwas anderes machen – so eine Serie ist ja schon eine Form von Käfighaltung. Ich habe lange überlegt, weil ich 'Hubert und Staller' sieben Jahre mit viel Leidenschaft und Liebe gemacht habe, aber ich glaube, es ist die richtige Entscheidung für mich." Am letzten Drehtag, so Lüttichau, habe er "furchtbar geheult". Nun, nach der Romy-Verleihung, postete er auf Facebook von der Heimfahrt aus Wien, er sei "stolz wie Oscar".

Die von der Tageszeitung "Kurier" veranstaltete Vergabe des österreichischen Fernseh- und Filmpreises Romy fand zum 29. Mal statt. Besonders gewürdigt wurde die Namensgeberin des Preises, Romy Schneider, die im September 2018 ihren 80. Geburtstag gefeiert hätte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst