ARTE-Doku

In den Fängen der Wikinger: Der Sklavenhandel der Nordmänner

von Sarah Kohlberger

Wie erlebten die Gefangenen den Slavenhandel der Wikinger? Aufschluss darüber liefert eine ARTE-Doku, die die Geschichte des irischen Sklaven Findan nacherzählt.

ARTE
In den Fängen der Wikinger
Dokumentation • 16.01.2021 • 20:15 Uhr

Lange schaut Findan (Rickie O'Neill) auf die Axt, die ein gefallener Krieger neben ihm fallen ließ. Dann greift er sich beherzt das Eisen und schreitet mutig ein, um seinem Herren (Dmitry Vinokurov) das Leben zu retten. Zum Dank löst der Sklavenhändler seine Fesseln, und Findan kann flüchten – weg von den Wikingern. Anhand Spielfilmszenen wie dieser erzählt die neue Dokumentation "In den Fängen der Wikinger" auf ARTE die Geschichte des irischen Adeligen Findan, der im 9. Jahrhundert von den Wikingern als Sklave gehalten wurde.

Tatsächlich ist seine Lebensgeschichte der einzige aufgezeichnete Bericht eines Wikingersklaven, der von Historikern als authentisch bewertet wird. Und sie gibt nicht nur Aufschluss über das Leben und Wirken eines Menschen, der später als katholischer Heiliger verehrt wird, sie zeigt auch beispielhaft, dass Wikinger im frühen Mittelalter nicht nur Räuber und Eroberer waren, sondern vor allem auch geschickte Sklavenhändler. Es war für die Nordmänner ein profitables Geschäft, bis über die Landesgrenzen hinaus. In Dublin war einer der größten Sklavenmärkte Europas.

Regisseur Stefan Ludwig analysiert in der österreichischen Dokumentation mithilfe der Geschichte Findans und dessen Schwester Melkorka (Cat Williams), wie Sklaven früher behandelt wurden. Historiker, Skandinavisten und Archäologen kommen zu Wort, und erzählen detailliert von Relikten, die mithilfe neuester Technologien gefunden und erforscht werden konnten. Mit einem Mix aus Spielfilmszenen, Experteninterviews und computeranimierten Skizzierungen liefert die Dokumentation detailreich spannende Einblicke in ein dunkles Kapitel der nordischen Seefahrer. Der perfekte historische Unterbau für Fans der weltweit gefeierten Serie "Vikings", die Ende 2020 bei Amazon Prime Video in ihre letzte Runde ging.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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