Immer mehr Menschen setzen in Deutschland auf alternative Heilmethoden. Einige jedoch geraten dabei auch an Scharlatane. Deren falsche Versprechen können mitunter tödlich enden. So wie bei dem Vater von Jacqueline Klaus.

Die Esoterik-Branche boomt. Umfragen unter anderem des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov belegen das. Demnach haben bereits 46 Prozent der Deutschen schon einmal alternative Behandlungsmethoden beziehungsweise Naturheilverfahren ausprobiert. Vor allem bei eher harmloseren Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Rückenleiden mögen Ausflüge fern der Schulmedizin kaum weitere Folgen haben, natürlich haben sich auch Schüßler Salze, Tees, Öle und viele andere Naturheilmittel bewährt. Doch es gilt, zu differenzieren. Bei ernsthaften Erkrankungen sind die Risiken oft unabsehbar, mithin können die Versprechen sogenannter Heiler sogar tödlich enden. In ihrem Film "In den Fängen von Scharlatanen", der nun im Rahmen von "37°" zu sehen ist, beleuchten die Autoren Harriet Kloss und Markus Thöß einen solchen Fall, der tödlich endete, näher.

Erzählt wird die Geschichte des Vaters der Managerin Jacqueline Klaus, dessen Krebsleiden eigentlich hätte geheilt werden können. Er hatte lediglich einen kleinen Tumor hinter dem Ohr. Die Schulmedizin räumte ihm eine Heilungschance von 90 Prozent ein.

Doch der Vater verfiel auf Anraten eines Heilers der Germanischen Neuen Medizin. Jahrelang versuchte seine Tochter, ihn davon abzubringen. "Doch er verweigerte jegliche schulmedizinische Therapie, sein Zustand verschlechterte sich zusehends", erinnert sich Klaus. Dennoch glaubte er weiterhin an die Versprechungen eines vermeintlichen Gurus, der auf völkisches Liedgut und Gymnastik setzte, aber nicht auf erfolgreich erprobte Behandlungsmethoden.

Jacqueline Klaus' Vater überlebte seinen Irrglauben nicht. Trotz eines gewonnenen Gerichtsverfahrens leidet seine Tochter noch heute darunter, dass sie seinen für sie vermeidbaren Tod nicht verhindern konnte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst