Geschichten über Pleiten, Pech und Pannen beim Bahnfahren in Deutschland kann fast jeder Zuschauer selbst erzählen. Ein Reporter-Team beleuchtet die Ursachen für die Probleme bei der Bahn näher beleuchten und prüft, ob wirklich alles so schlimm ist.

Eigentlich müsste jetzt die große Zeit der Deutsche Bahn gekommen sein: Während sich immer mehr junge Menschen für eine klimafreundlichere Politik stark machen und Flugreisende immer öfter an der Wahl ihres Fortbewegungsmittels zweifeln, sollte man meinen, dass die Eisenbahn-Nutzung hierzulande einen kräftigen Schub bekommt. Doch die neue ARD-Dokumentation "Was Deutschland bewegt: Operation Bahn" belegt einmal mehr, dass viele Deutsche immer noch schlechte Erfahrungen mit dem Reisen auf der Schiene machen. Wie kann sich die Situation endlich wieder verbessern?

Kalt lassen dürfte das Thema, für das sich Teams vom Hessischen Rundfunk und vom Rundfunk Berlin-Brandenburg zusammengetan haben, kaum einen Zuschauer: Immerhin fährt statistisch betrachtet jeder Bewohner Deutschlands 25-mal im Jahr mit der Bahn. Gerade im Nah- und Regionalbereich ist der Schienenverkehr äußerst populär, obwohl sich natürlich die offiziellen Berichte und Erzählungen im Bekanntenkreis über S-Bahn-Unpünktlichkeiten, Zugausfälle und verstopfte Züge mehren. Die Konsequenz: Obwohl die Bahn als Hoffnungsträger der Klima- und Verkehrspolitiker gilt, wird sie gleichzeitig oft als Sanierungsfall betrachtet. Zu unzuverlässig und oft auch zu teuer sind ihre Dienstleistungen.

Adrian Oeser, Jessica Sander und Katja Sodomann, die Autoren des Doku-Beitrags, wollen einmal hinter die Kulissen des größten deutschen Staatsbetriebs blicken, der es so oft mit Negativmeldungen in die Schlagzeilen schafft. Dabei ist es ihnen wichtig, in ihrem Film die Komplexität des Systems zu beleuchten und auch mit Bahn-Managern sowie Fachleuten aktuelle Lösungsansätze für die gravierendsten Probleme der Bahn zu diskutieren. Eingestimmt hat sich das Reporter-Team mit vielen Fahrten kreuz und quer durch die Republik, auf der die ARD-Mitarbeiter selbst viele Erfahrungen sammelten und Gespräche mit Bahn-Kunden führen konnten.

Unterstützung kommt dabei auch durch einen Berufspendler, der seine Bahn-Erlebnisse für die Dokumentation akribisch auflistet: Er hat im Auftrag der ARD vier Wochen lang ein Videotagebuch geführt. Dabei werden gängige Klischees auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft: Ist die Eisenbahn wirklich immer so unpünktlich? Wie gestalten sich die Bahn-Preise tatsächlich, und wie kann man durch überlegtes Vorab-Buchen sparen?


Quelle: teleschau – der Mediendienst