Nachdem in dem Strafverfahren gegen Kevin Spacey bereits Anfang Juli eine Wende eingetreten war, ist es nun eingestellt worden. In einer Mitteilung teilte die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Massachusetts mit, dass das Verfahren wegen "Nichtverfügbarkeit des beschwerdeführenden Zeugen" eingestellt werde.

Bereits im Januar musste sich Spacey vor Gericht verantworten, ihm wurde vorgeworfen, 2016 in einer Bar in Nantucket einen damals 18-Jährigen sexuell belästigt zu haben. Das mutmaßliche Opfer hatte ausgesagt, Spacey habe ihn betrunken gemacht und mehrfach unsittlich berührt. Anfang des Jahres hatte der Schauspieler diese Vorwürfe persönlich vor Gericht dementiert.

Doch das Verfahren geriet nicht durch Spaceys Dementi ins Wanken, sondern weil das Mobiltelefon, mit dem das Opfer die Tat gefilmt haben soll, verschwunden sein soll. Die Familie des Opfers behauptete vor Gericht, das Handy nie von der Polizei zurückbekommen zu haben. Auf den gerichtlichen Hinweis, dass eine Manipulation des Handys, dazu zähle auch das Löschen von Daten, strafrechtliche Konsequenzen habe, machte das Opfer Gebrauch von seinem Zeugnisverweigerungsrecht.

Kein Handy als Beweismittel, ein Opfer, das nicht mehr aussagen möchte – Spaceys Anwalt forderte vergangene Woche eine Einstellung des Verfahrens, da nicht eindeutig festgestellt werden könne, ob die Daten, die auf dem Handy waren, den Schauspieler wirklich überführen oder vielleicht entlasten könnten. Dieser Forderung wurde nun stattgegeben.


Quelle: teleschau – der Mediendienst