Oscar-Fakten

Oscars 2026: Kuriose Fakten über die Preisverleihung

09.03.2026, 09.52 Uhr
Die Oscar-Verleihung in Los Angeles sorgt seit fast 100 Jahren für emotionale und skandalöse Momente. Von der Namensgebung über die jüngsten Gewinner bis hin zu gestohlenen Statuen – die Academy Awards haben viele kuriose Geschichten geschrieben.
Sean Baker hält vier Oscars in der Hand.
Sean Baker hat letztes Jahr bei den Oscars gleich 4 Awards mit nach Hause nehmen können. Doch die Verleihung hat auch immer skurrile Erlebnisse zu bieten.  Fotoquelle: picture alliance / newscom | PAT BENIC

In der Nacht auf Montag, den 16. März, findet in Los Angeles die diesjährige Oscar-Verleihung statt. Seit fast 100 Jahren zeichnet die Academy of Motion Picture Arts and Sciences an diesem Abend die besten Filme und Filmschaffenden eines jeden Jahres aus. In all den Jahren kam es bei den Academy-Awards nicht nur zu emotionalen und skandalösen Momenten, sondern es ereigneten sich auch kuriose Geschichten.

1. Der Namensursprung

Schon beim Namen fangen die Kuriositäten an. Denn die offizielle Bezeichnung der kleinen, goldenen Statue ist eigentlich "Academy Award of Merit". Woher der Name „Oscar“ stammt, ist bis heute umstritten. Eine Geschichte taucht jedoch immer wieder auf. Und zwar die um Margaret Herrick, ehemalige Bibliothekarin der Academy, die in den 1930er-Jahren beim Anblick der Statue gerufen haben soll: „Der sieht aus wie mein Onkel Oscar".

2. Der sentimentale statt materielle Wert

Wer dachte, dass die Oscar-Statue aus echtem Gold besteht, der irrt. Eine Metalllegierung mit Gold überzogen, mehr ist es nicht. Der aktuelle Materialwert liegt bei rund 300 Dollar. Während des Zweiten Weltkriegs bestand die Trophäe aus Knappheit an Rohstoffen sogar nur aus Gips. Damit hat das 34 Zentimeter hohe und rund 4 Kilogramm schwere Männchen wohl eher sentimentalen als materiellen Wert.

3. Die jüngsten und ältesten Gewinner

Das Alter der jüngsten Oscar-Gewinnerin wird wohl nicht zu toppen sein. Gerade einmal 10 Jahre jung war Tatum O'Neal als sie 1974 den Oscar als beste Nebendarstellerin in „Paper Moon“ erhielt. Den Rekord als ältester Oscar-Preisträger hält James Ivory. Stolze 89 Jahre war der Filmemacher alt, als er 2018 für das Beste adaptiere Drehbuch für den Film „Call me by your Name“ den Oscar gewann.

4. Ein Oscar, zwei Gewinner

Das bei der Wahl der besten Schauspieler und Schauspielerinnen zwei Kandidaten die gleiche Anzahl an Stimmen bekommen, ist möglich, aber selten. Bisher ist dieser Fall zwei Mal vorgekommen. 1932 mussten sich Wallace Beery (Der Champ) und Frederic March (Dr. Jekyll und Mr. Hyde) die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller teilen. 1969 waren es Katharine Hepburn (Der Löwe im Winter) und Barbara Streisand (Funny Girl) in der Kategorie der besten Hauptdarstellerin.

5. Ein ehrlicher Finder

55 Oscar-Statuen sind im Jahr 2000 auf dem Transportweg von Chicago nach Los Angeles verschwunden. Sie waren dem Hersteller beim Versand abhandengekommen. Wenige Tage später fand ein Mann 52 der 55 goldenen Männchen in Styropor und Plastik eingehüllt in zwei Müllcontainern in Los Angeles wieder. Der Mann gab die wertvollen Preise zurück und erhielt als Dank unter anderem eine Einladung zur Oscar-Nacht. Von den restlichen drei Statuen fehlt bis heute jede Spur.

6. Das Verkaufsverbot

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Oscargewinner die Statue loswerden möchte, darf sie nicht ohne weiteres verkauft werden. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat dafür seit 1950 eine strenge Regelung. Preisträger dürfen den „Goldjungen“ nicht verkaufen oder versteigern, ohne ihn zuvor der Academy für symbolisch 1 US-Dollar zum Kauf angeboten zu haben. Diese Regel gelte auch für Erben.

7. Mr. Oscars

Einen vermutlich unübertrefflichen Rekord hält der Schöpfer von Micky Maus: Walt Disney. Dieser wurde während seiner Karriere sage und schreibe 59 Mal für einen Oscar in verschiedenen Kategorien nominiert. Ein weiterer Rekord: Insgesamt 26 Mal, 22 reguläre Oscars und 4 Ehren-Oscars, gewann er. So oft wie niemand anders bisher. Einen Oscar für die beste Regie oder den besten Film gewann er jedoch nie.

8. Der kürzeste Auftritt

Mit nur knapp 5 Minuten Leinwandzeit hat Schauspielerin Beatrice Straight 1977 den Oscar als beste Nebendarstellerin im Film „Network“ gewonnen. Mit weniger Leinwandpräsenz gewann bislang niemand. Den Rekord für die kürzeste Zeit eines Hauptdarstellers oder Hauptdarstellerin hält Anthony Hopkins. Er gewann 1991 den Oscar für seine ikonische Rolle in „Das Schweigen der Lämmer“ – mit gerade einmal knapp 16 Minuten.

9. Ein deutscher Vorreiter

Den allersten Oscar 1929 gewann…ein Deutscher: Emil Jannings. Bei der ersten Oscar-Verleihung überhaupt sahnte Jannings, Sohn eines amerikanischen Kaufmanns und einer deutschen Mutter, für seine Rolle im Stummfilm „Der Weg allen Fleisches“ den Preis für den besten Hauptdarsteller ab. Er setzte sich sogar gegen einen gewissen Charlie Chaplin durch. Bis heute ist er der einzige deutsche Schauspieler, der jemals als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde.

10. Die Oscar-Familien

Einen Oscar zu gewinnen ist schon nicht leicht. Dieses Kunststück aber über drei Generation hinweg zu schaffen, ist bislang nur zwei Familien gelungen. Zum einen den Hustons. Vater Walter Huston bekam 1948 für seine Nebenrolle in „Der Schatz der Sierra Madre“ den Oscar, sein Sohn John erhielt für den gleichen Film den Regie-Oscar. 1986 wurde Johns Tochter Anjelica für ihre Nebenrolle in „Die Ehre der Prizzis“ ausgezeichnet. Zum anderen den Coppalas. Kultregisseur Francis Ford Coppola gewann mehrere Oscars, unter anderem in der Kategorie „Bester Film“ 1973 für „Der Pate“, sein Vater Carmine ergatterte die Trophäe 1975 für die beste Original-Filmmusik in „Der Pate II“. Francis Fords Tochter Sofia gewann 2004 den Oscar für das Originaldrehbuch für „Lost in Translation“.

11. Die „Best Five“

Die Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bester Schauspieler“, „Beste Schauspielerin“ und „Bestes Drehbuch“ sind die fünf wichtigsten Oscar-Kategorien. In knapp 100 Jahren Oscar-Geschichte haben bislang nur drei Filme alle fünf Kategorien auf einmal gewinnen können: „Es geschah in einer Nacht“ (1934), „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975) und „Das Schweigen der Lämmer“ (1991).

12. Eine Rolle, zwei Nominierungen

Bei der Oscarverleihung 1945 sorgte Schauspieler Barry Fitzgerald für ein einmaliges Kuriosum. Fitzgerald war für seine Arbeit in den Film „Der Weg zum Glück“ als bester Hauptdarsteller und gleichzeitig als bester Nebendarsteller nominiert. In letzterer Kategorie gewann er. Es war das erste und letzte Mal, dass ein Akteur für ein und dieselbe Rolle in zwei Kategorien nominiert war.

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