James Ivory

Lesermeinung
Geboren
07.06.1928 in Berkeley, Kalifornien, USA
Alter
94 Jahre
Sternzeichen
Biografie
Filme wie "Zimmer mit Aussicht", "Wiedersehen in Howards End" und "Was vom Tage übrig blieb" machten James Ivory weltberühmt. Dass er 1962 mit "The Householder" - nach zwei Dokumentarfilmen - sein Spielfilmdebüt inszenierte, wissen hierzulande nur wenige. Zumal erst "Hollywood in Bombay"(1970) seinen Weg nach Deutschland fand.

Ivory studierte an der University of Oregon Architektur und Bildende Künste. Als Magisterarbeit im Studiengang Kino an der University of Southern California reichte er 1957 seinen ersten Dokumentarfilm "Venice: Theme and Variations" ein. Seit Anfang der 60er Jahre pflegt Ivory seine Partnerschaft mit dem indischen Produzenten Ismail Merchant, mit dem er auch heute noch arbeitet. Die ersten vier Filme, bei denen Ivory Regie führte, entsanden in Indien. Die Drehbücher zu "Ghabar"(1963) über Anfangsprobleme der Ehe, "Shakespeare-Wallah"(1965) über die Abenteuer einer englischen Schauspieltruppe in Indien, "The Guru"(1968) über das Zusammentreffen westlicher Popkultur mit östlichem Mystizismus und "Hollywood in Bombay", einer Satire auf die Hindu-Filmindustrie, wurden allesamt von Ruth Prawar Jhabvala, einer Schrifstellerin englischer Abstammung, verfaßt.

Sie alle spiegeln die Lust der Verfasserin und auch des Regisseurs an den Widersprüchen im moderen Leben Indiens wider. Der Charme in den indischen Filmen Ivorys ist in hohem Maße zurückzuführen auf die Fotografie von Subrata Mitra, der häufig mit Satyajit Ray zusammenarbeitete. Ray komponierte die Musik zu "Shakespeare-Wallah", und sein Einfluß als Filmemacher ist durch das ganze indische Werk Ivorys zu verfolgen.

Ivory kehrte in die USA zurück, um seinen Film "Unter Wilden" (1971) zu drehen, eine Allegorie der menschlichen Zivilisation, die sich vollkommen von seinen früheren Arbeiten unterscheidet. Der unverkennbare Stil des Regisseurs prägte sich erst in den 80ern durch seine Vorliebe für Geschichten um die letzte Jahrhundertwende. Mit Werken wie "Die Damen aus Boston"(1984), "Zimmer mit Aussicht" (1986), "Wiedersehen in Howard's End" (1992) und "Was vom Tage übrig blieb" (1993) schuf Ivory detailverliebte Dekorfilme, die sehr teuer wirken, tatsächlich aber überaus ökonomisch produziert wurden.

Ivory schafft es immer, dass Star-Schauspieler für "kleines" Geld arbeiten. Denn in einem Ivory-Film mitgespielt zu haben, ist ein Privileg. So konnte er für sein Projekt "Die Zeit der Jugend" wieder Barbara Hershey und Kris Kristofferson gewinnen.

Weitere Filme von James Ivory: "The Wild Party" (1975), "Der Tanzpalast" (1977), "Der große Trubel um Georgies und Bonnies Bilder" (1978), "Die Europäer" (1979), "Jane Austen in Manhattan" (1980), "Quartett" (1981), "Hitze und Staub" (1983), "Maurice" (1986), "Großstadtsklaven" (1989), "Mr. und Mrs. Bridge" (1990), "Jefferson in Paris" (1995), "Mein Mann Picasso" (1996), "The Golden Bowl" (2001), "Eine Affäre in Paris" (2003), "The White Countess" (2005).

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