Nick Nolte

Nick Nolte, Schauspieler mit Ecken und Kanten. Vergrößern
Nick Nolte, Schauspieler mit Ecken und Kanten.
Fotoquelle: DFree/shutterstock.com
Nick Nolte
Geboren: 08.02.1941 in Omaha, Nebraska, USA
Sternzeichen: Wassermann

Der blonde Hüne Nick Nolte fällt durch seine athletische Figur auf und wurde zu Beginn seiner relativ späten Filmkarriere meist auf den Typen des harten Draufgängers und Abenteurers festgelegt. Trotz seiner Kraft und den derb-kantigen Gesichtszügen mit breitem Kinn haftet dem ehemaligen Bauarbeiter etwas Jungenhaftes an, das ihn sympathisch macht und an das Klischee vom weichen Kern unter harter Schale denken lässt. Sein Filmdebüt gibt Nolte 1972 in "Dreckiger kleiner Billy". Danach folgten vier TV-Filme, von denen bei uns nur "California Kid" (1974) und "Deep River - Entscheidung am Fluss" (1975) zu sehen waren. Nach seiner Hauptrolle in dem Film "Wild Drivers" (1975) folgt 1976 die TV-Serie "Arm und Reich". Seine Rolle des Tom Jordache macht Nolte über Nacht zum gefragten Star.

Als moderner Schatzsucher unter Wasser hat Nolte neben Jacqueline Bisset eine prägnante Rolle in dem Abenteuerfilm "Die Tiefe" (1977). Danach folgen Filme wie Karel Reisz' packender Thriller "Dreckige Hunde" (1978), Ted Kotcheffs "Die Bullen von Dallas" (1979) und "Herzschläge" (1980) mit Sissy Spacek. Nach der John Steinbeck-Verfilmung "Straße der Ölsardinen" (1982 mit Debra Winger) folgt im gleichen Jahr seine Polizisten-Rolle neben Eddie Murphy in Walter Hills Actionstreifen "Nur 48 Stunden". Ebenfalls 1982 schlüpft Nolte in dem brillanten Polit-Thriller "Under Fire" in die Rolle eines todesmutigen Fotojournalisten während des Bürgerkriegs in Nicaragua. Anschließend drehte Nolte das Schul-Drama "Die Aufsässigen" und an der Seite von Schauspiel-Legende Katharine Hepburn die Komödie "Grace Quigleys letzte Chance". Dass der gelernte Bühnenschauspieler auch eine komische Ader hat, beweist Nolte ein weiteres Mal 1986 überaus eindrucksvoll als Stadtstreicher mit Lebenserfahrung in der Gesellschaftskomödie "Zoff in Beverly Hills" (ein Remake des Jean Renoir-Klassikers "Bodou") oder später als Zeitungsreporter neben Julia Roberts in "I Love Trouble - Nichts als Ärger" (1994).

Als Charakterdarsteller überzeugte Nick Nolte 1987 in dem Gefängnis-Drama "Der stählerne Vorhang" und in Walter Hills Cop-Thriller "Ausgelöscht". Eher albern ging es 1989 in "Das Bankentrio" zu. Im gleichen Jahr spielte Nolte die Hauptrolle in dem fragwürdigen Kriegsdrama "Farewell to the King - Sie nannten ihn Leroy", und in Scorsese Episode zu "New Yorker Geschichten" brillierte er als exaltierter Künstler. 1990 spielt er in dem Krimi "Everybody Wins" erneut neben Debra Winger. Doch richtig gut ist Nolte als korrupter Cop in Sidney Lumets "Tödliche Fragen". Für diese Rolle legte er extra 25 Kilo zu. Im gleichen Jahr realisiert er mit Walter Hill "Und wieder 48 Stunden" eine Fortsetzung des Erfolgstreifens "Nur 48 Stunden", bei der wieder Eddie Murphy an seiner Seite spielt.

1991 sieht man Nolte neben Barbra Streisand in dem Melodram "Herr der Gezeiten". Streisand mimt hier eine Psychiaterin, Nick Nolte ist einer ihrer Patienten, der mit ihr seine schlimmen Kindheitserlebnisse aufarbeitet. Noltes schauspielerische Leistung in diesem Film wurde mit einer Oscar-Nominierung gewürdigt und brachte ihm sogar einen Golden Globe ein. Nolte schwärmte in seiner Schulzeit besonders für Football. Dafür wechselte er von einem Football-College ans nächste. Insgesamt fünf Schulen besuchte er in vier Jahren. Zumindest im Kino - "Blue Chips" (1994) - ging der Traum von Football-Profi in der Rolle eines Trainers in Erfüllung. Auch seine Vaterrolle in "Lorenzos Öl" (1992) und seine Darbietung als Anwalt in dem Thriller-Remake "Kap der Angst" (1991, mit Robert De Niro) nimmt man dem erfahrenen Schauspieler ab. Besonders gelungen ist sind Noltes Darstellungen des harten Cops in Lee Tamahoris düsterem 50er-Jahre-Krimi "Nach eigenen Regeln" (1996), des Lucky "Fix-It" Mann, ein "Mann für alle Fälle", in Alan Rudolphs "Liebesflüstern" (1997) an der Seite von Julie Christie, des Wade Whitehouse in "Der Gejagte" (1997) - diese Rolle brachte ihm erneut eine Oscar-Nominierung - und seine Darbietung des gehörnten Ehemanns, der seine Frau ermorden lassen will, in Oliver Stones schwarzer Farce "U-Turn - Kein Weg zurück" (1997).

1998 stand Nick Nolte als herrischer Offizier in Terrence Malicks Kriegsfilm "Der schmale Grat" vor der Kamera. Nach "Jefferson in Paris" (1995) arbeitete er in "Die Zeit der Jugend" erneut mit Regisseur James Ivory, und in dem "Nightwatch - Nachtwache"-Remake "Freeze - Albtraum Nachtwache" schlüpfte er in die Rolle des psychopathischen Bullen. In "Breakfast of Champions - Frühstück für Helden" zeigte ihn Alan Rudolph als Mann, der gerne Dessous trägt. 1999 stand Nolte in "Simpatico" (mit Jeff Bridges, Albert Finney, Sharon Stone und Catherine Keener) und in dem Drama "The Best Of Enemies" vor der Kamera. Anders als viele seiner Kollegen blickte Nolte bereits auf eine 15-jährige Bühnenerfahrung zurück, als er zum Fernsehen und zum Film kam. Als er 1972 seine erste Kinorolle übernimmt, hatte er bereits in mehr als 100 Theaterstücken in Phoenix, Denver, Minneapolis und Chicago auf den Brettern gestanden, die bekanntlich die Welt bedeuten.

Weitere Filme mit Nick Nolte: "Death Sentence" (1974, TV), "Winter Kill" (1974, TV), "The Player" (1992) und "Geht's hier nach Hollywood) (1994), "Schatten der Schuld" (1996), "Trixie" (2000), "The Golden Bowl", "Investigating Sex", "Double Down" (alle 2001), "Le Divorce", "The Good Thief" (beide 2002), "Hulk" (2003), "Hotel Ruanda" (2004), "Paris, je t'aime" (2006), "Die Geheimnisse der Spiderwicks" (2007), "Tropic Thunder" (2008), "Arthur" (2011), "Gangster Squad", "Parker", "The Company You Keep - Die Akte Grant" (alle 2012).


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