Im dritten Fall der ARD-Kroatien-Krimireihe, die die meist deutschen Krimi-Schauspieler an die dalmatinische Küste führt, ermittelt Neda Rahmanian als Kommissarin Branka Maric in einem mysteriösen Gewaltverbrechen, das immer mehr historische Referenzlinien zieht.

Zunächst wirkt es ganz so, als ob sie es in "Der Kroatien-Krimi: Mord auf Vis" mit einer Raubmordserie im faschistischen Milieu zu tun bekommt. Doch dann gräbt die Ermittlerin tiefer: Und es tun sich Bezüge zur gar nicht so lange zurückliegenden jugoslawischen Bürgerkriegszeit auf. Handelt es sich um einen raffiniert getarnten, grausamen Rachefeldzug?

Es ist eine Frage von Recht und Gerechtigkeit und ein moralisches Dilemma, in die die Filmemacher (Buch: Christoph Darnstädt, Regie: Michael Kreindl) die sonst so resolute Kommissarin stürzen. Sie muss sich durch ein Stolperstricke-Labyrinth mit absichtlich ausgelegten falschen Fährten navigieren. Und als sie letztlich das schreckliche Geheimnis um eine Mordserie auf der malerischen Ferieninsel Vis durchschaut, muss sie eine Entscheidung treffen, die ihr sichtlich zu schaffen macht.

Auslöser für die kriminalistische Spurensuche unter der kroatischen Sonne ist der Fund zweier Leichen: Ein skrupelloser Täter hat den Antiquitätenhändler (Slaven Knezovic) und den Sammler (Vedran Tebaldi) eiskalt erschossen. Wie sich herausstellt, wurden beide von Split aus auf die Insel gelockt – mit dem falschen Versprechen, ihnen Münzen aus der Zeit des faschistischen Ustascha-Regimes zu verkaufen.

Vor Ort hat der ansässige Polizeichef Jure Pokovic (Benjamin Sadler), ein undurchsichtiger, wenn auch charmistmatischer alleinerziehender Vater, der Branka Maric gut gefällt, die Ermittlungen bereits übernommen. Vieles weist auf Zoran Horvath (Michael Rotschopf), einen glühenden Nationalisten, hin. In letzter Sekunde kann die Kommissarin verhindern, dass Pokovic die Vergeltung selbst in die Hand nimmt.

Längst hat sie gemerkt, dass sie aus dem Hintergrund in die Irre geführt wird. Sie deckte eine Verbindung aus der grausamen jüngeren Vergangenheit auf: Alle Opfer waren schon einmal auf der Insel Vis. Vor über 20 Jahren ereignete sich dort eine Gräueltat, die offensichtlich nun gesühnt werden soll. Doch das muss Branka verhindern, auch wenn es schmerzt.

Die Kroatien-Reihe war im September 2016 mit dem ersten Fall "Der Teufel von Split" quotenstark gestartet: Der Film erzielte einen guten Marktanteil von 15,8 Prozent. Fall zwei, "Tod einer Legende", kam wenig später sogar auf einen Marktanteil von 16,1 Prozent.


Quelle: teleschau – der Mediendienst